Archäologie

Sagenhafter Goldschatz könnte Kriegsbeute sein

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Ein britischer Hobby-Schatzsucher hat auf einem Acker im mittelenglischen Staffordshire den bisher größten Goldschatz aus der Zeit der Angelsachsen gefunden. Nun rätseln Archäologen über den Sensationsfund. Ihre These: Es könnte sich um Beutestücke blutiger Schlachten der Könige Penda, Wulfhere oder Aethelred handeln.

Mehrere Experten gehen davon aus, dass es sich bei den insgesamt rund 1500 gefundenen Stücken aus dem siebten Jahrhundert, darunter aufwendig dekorierte Schwertgriffe und Helm-Teile, um Trophäen oder Beutestücke blutiger mittelalterlicher Kämpfe handeln könnte.


Archäologin Helen Geake von der Universität Cambridge vermutet, dass Kämpfer des Königs Penda nach einer erfolgreichen Schlacht die Waffen und Habseligkeiten ihrer Feinde vergraben hatten. Auch andere Experten gingen davon aus, dass es sich um Kriegsbeute von Schlachten der Könige Penda, Wulfhere oder Aethelred handeln könnte, die sich in Kriegen mit den Regionen Northumbria und East Anglia befunden hatten.


Für die These einer Kriegsbeute spricht aus Sicht der Archäologen, dass sich unter den Fundstücken keine Gegenstände von Frauen befinden. Andere Experten vermuten, dass der Schatz wegen einer aufkommenden Bedrohung oder als Gabe an heidnische Götter vergraben worden sein könnte. Die meisten Gegenstände werden aber von Experten noch begutachtet.


Archäologen halten den Fund, der vermutlich aus dem siebten Jahrhundert stammt, für den größten und bedeutendsten aus der Zeit des germanischen Stammes.


Der arbeitslose Hobby-Schatzsucher, der den Fund gemacht hatte, wird indes von dem Bauern, unter dessen Acker der Schatz verborgen lag, heftig kritisiert: Dem arbeitslosen Briten Terry Herbert gehe es „nur ums Geld“ klagte Bauer Fred Johnson gegenüber der „Times“. Er sei sehr unglücklich über die riesige Publicity rund um den Fund, da er mit Herbert eigentlich Diskretion vereinbart habe. Ihm selbst gehe es nicht um den materiellen Wert des Schatzes, betonte Johnson: „Es ist eine unglaubliche Entdeckung für dieses Land, und das ist das Wichtigste."

Der 55 Jahre alte Hobbysucher Terry Herbert hatte den Schatz im Juli auf dem Feld des befreundeten Johnson in der Nähe seines Wohnorts Burntwood im mittelenglischen Staffordshire entdeckt. Insgesamt gehören zu dem Schatz fünf Kilo Gold und 2,5 Kilo Silber sowie unzählige Edelsteine. Ein Teil der Fundstücke wird bereits im Kunstmuseum von Birmingham gezeigt.

Ein Experte des British Museum in London schätzte den materiellen Wert des Fundes auf eine siebenstellige Summe. Der Erlös steht zu gleichen Teilen Herbert und Johnson zu.

( ap/AFP/oc )