Die zunehmende Erderwärmung lässt Wissenschaftlern zufolge Schafe nicht nur schrumpfen, sondern macht auch noch den schwarzen Exemplaren unter ihnen das Leben schwer. Australische Experten fanden heraus, dass für Wissenschaftler besonders interessante schottische Wildschafe angesichts eines immer milderen Klimas nicht nur kleiner, sondern obendrein auch heller werden.
In ihrer in den aktuellen „Biology Letters“ veröffentlichten Studie schreiben die australischen Forscher, in der kälteren Vergangenheit seien schwarze Schafe im Vorteil gewesen, denn ihr dunkles Fell habe mehr Sonnenwärme gespeichert. Dunkle Tiere hätten so Energie sparen können und weniger Futter gebraucht als helle.
Durch das inzwischen wärmere Nordatlantik-Klima hätten Schottlands schwarze Schafe mittlerweile aber nichts mehr von ihrer Energiespar-Farbe, argumentieren die Wissenschaftler um Shane Maloney von der University of Western Australia. Helle Schafe hätten daher jetzt eine größere Chance, sich gegen ihre dunklen Artgenossen durchzusetzen.
Erst kürzlich hatten britische Forscher Untersuchungen vorgestellt, denen zufolge die Durchschnittsgröße der schottischen Schafe sinkt. Angesichts der rauhen Winter dort schien dies zunächst erstaunlich, denn eigentlich müssten größere Schafe viel robuster sein als ihre zarteren Artgenossen. Des Rätsels Lösung ist den Wissenschaftlern zufolge ebenfalls die Erderwärmung: Wegen insgesamt milderer Temperaturen konnten auch kleinere Lämmer überleben, heranwachsen und sich vermehren.
Als Studienobjekte dienten den australischen wie den britischen Forschern die Wildschafe der nicht von Menschen bewohnten Äußeren Hebriden-Inseln Soay und Hirta. Dadurch, dass die wolligen Säugetiere so abgeschieden leben und keine natürlichen Feinde haben, sind sie besonders geeignet, um ihr Genmaterial sowie den Einfluss von Wetter und Futter auf die Populationen zu untersuchen. Wissenschaftler interessieren sich schon seit den 1950er Jahren für die Schafe von Soay und Hirta.
AFP/cl





