Technologie

Das Innere des Menschen rasend schnell in 3D

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Seit einigen Jahren gehört das CT zu den wichtigen Verfahren in der Medizin. Nun präsentiert Philips ein neues Gerät für die Computertomographie: Es verspricht schnellere, genauere Bilder und geringere Strahlung als die Vorgänger. Doch diese Technik hat ihren Preis.

Ein neuer Computertomograph (CT) kann die Strahlungsbelastung für Patienten nach Herstellerangaben stark senken. Das Gerät komme mit bis zu 80 Prozent weniger Röntgenstrahlung aus als herkömmliche Computertomographen, erläuterte Gerald Poetzsch, Leiter des Geschäftsbereichs CT beim Hersteller Philips. Dabei produziere es gestochen scharfe Bilder von Herz und Hirn. Der Brilliance iCT wurde auf dem Jahreskongress der Radiological Society of North America in Chicago vorgestellt.

„Dieser Computertomograph ist ein guter Fortschritt, aber keine Revolution“, sagte der Kardiologe Axel Schmermund vom Cardioangiologischen Centrum Bethanien in Frankfurt am Main. Der Routineeinsatz von Computertomographen in der Herzmedizin seit 2004 sei durchaus revolutionär gewesen. Derzeit komme es darauf an, schnellere und strahlungsärmere Geräte herzustellen.

Der Brilliance iCT ermöglicht laut Philips innerhalb von nur zwei Herzschlägen ein komplettes Abbild des Organs. Er erlaube auch eine exaktere Auflösung der Gehirnstrukturen und damit eine bessere Diagnostik bei Schlaganfällen. Die Aufnahme erfolge schneller als bei herkömmlichen Geräten, da die Röhre, die die Röntgenstrahlen emittiert, viermal pro Sekunde und damit um 22 Prozent schneller rotieren könne. Der Computertomograph könne das Herz somit in allen Bewegungsphasen aufnehmen, sagte Poetzsch. Allerdings sei er auch zwei- bis dreifach so teuer wie vergleichbare Geräte.

Der Trend zur Miniaturisierung hat längst auch die Medizintechnik erreicht. Das kleinste Ultraschallgerät der Welt, das jetzt von Siemens Medical Solutions vorgestellt wurde, ist nur noch so groß wie ein Blackberry-Handy. Es passt damit problemlos in jede Arzttasche und kann immer und überall mobil zum Einsatz kommen.

Die nächste Innovation in der Ultraschalltechnik könnte eine Methode zur Unterscheidung von gutartigem und bösartigem Gewebe bei Verdacht auf Brustkrebs sein. In mehreren Studien wird dieses von Siemens-Forschern entwickelte Ultraschallverfahren bereits erprobt. Sollte es sich als zuverlässig erweisen, bliebe wohl künftig vielen Patientinnen eine Biopsie erspart.