Derzeit besteht bei Lebensmitteln aus Japan nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation WHO noch keine Gefahr für die Gesundheit. Solche eine Gefahr könne nur von Produkten ausgehen, die unmittelbar aus der Nähe der beschädigten Atomanlagen im Norden Japans stammten, sagte ein WHO-Sprecher in Genf. Die WHO gleiche ihre Erkenntnisse immer wieder mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien ab, sagte der Sprecher.

Es gebe bislang keine Auffälligkeiten, versicherte ein Sprecher des Bundesverbraucherministeriums. „Es gibt derzeit auch keine Erkenntnisse, dass sich radioaktiv belastete Lebensmittel oder Futtermittel aus Japan in Deutschland oder auf dem Weg nach Deutschland befinden.“

Aus Sicherheitsgründen sollen alle Lebensmittel aus Japan auf mögliche Strahlenbelastung untersucht werden - vor allem Fisch und Fischprodukte wie zum Beispiel Sushi. Die Bundesregierung wies den Zoll gezielt an, Lebensmittel aus Japan auf Radioaktivität zu überprüfen.

Der Umfang des Imports ist allerdings gering. Nach Angaben des Verbraucherministeriums wurden im vergangenen Jahr nur 60 Tonnen Fisch aus Japan importiert, insgesamt waren es über 900 000 Tonnen Importe aus aller Welt.

Seit dem Erdbeben sei der Handel mit Japan ohnehin fast zum Erliegen gekommen, sagte der Ministeriumssprecher. Deutschland führt neben Fisch auch Ingwer, Algen, grünen Tee, Reis und Nudelgerichte aus Japan ein.

“Derzeit gibt es keine Auswirkungen auf die Verbraucher“, teilte das Verbraucherministerium in einer Sitzung des Bundestags-Verbraucherausschusses mit. Ein Krisenstab prüfe dies weiter. Eine Belastung durch Radioaktivität könne ausgeschlossen werden. Die Situation in Japan werde weiter sorgfältig beobachtet, um wenn nötig Konsequenzen für Deutschland zu ziehen. Mit der Überprüfung der Lebensmittel folgt Deutschland einer Empfehlung der EU-Kommission.

Der Grenzwert, ab dem Essen nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfe, liegt bei etwa 1000 Becquerel pro Kilogramm. Zuletzt sei dieser Grenzwert im Jahr 1986 nach der Reaktorexplosion in Tschernobyl in der Ukraine übertroffen worden. Damals sollten Kinder zum Beispiel keine einheimische Milch trinken, um sich zu schützen.

dpa/db