Schwangerschaft

Grippe erhöht Risiko für Schizophrenie

Der Zusammenhang klingt ungewöhnlich: Doch eine dänische Studie zeigt, warum bei Menschen, die während der kalten Jahreszeit geboren werden, Schizophrenie häufiger vorkommt: Ursache für die psychische Störung kann eine Grippe-Infektion während der Schwangerschaft sein.

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Eine Grippe-Erkrankung in der Schwangerschaft erhöht das Schizophrenie-Risiko beim Nachwuchs um das Achtfache. Das berichtet der Berufsverband der Frauenärzte unter Berufung auf eine Studie der Universität Aarhus in Dänemark.


Bei einer anstehenden Influenza-Saison seien Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillperiode mit einer erhöhten gesundheitlichen Belastung verbunden. Für Frauen mit Kinderwunsch sei daher eine Grippe-Impfung im Vorfeld der Schwangerschaft auf jeden Fall günstig, empfiehlt der Gynäkologe Michael Wojcinski.

In der Studie sei deutlich geworden, dass ein erhöhtes Schizophrenie-Risiko des Nachwuchses tatsächlich mit bestimmten Ereignissen während der Schwangerschaft in Zusammenhang stehe, erläutert der Gynäkologe.

So habe sich die Erkrankungs-Wahrscheinlichkeit beispielsweise bei Frühgeborenen um den Faktor 1,5, durch Nicht-Teilnahme der Mutter an der Schwangerenvorsorge um den Faktor 2 und bei Geburtskomplikationen um den Faktor 2,4 erhöht. Sofern die Mutter im Verlauf ihrer Schwangerschaft eine Grippe-Erkrankung durchgemacht habe, sei das Risiko für eine spätere Schizophrenie-Erkrankung des Nachwuchses mit dem Faktor 8,2 am größten.