Mikroorganismen

Acht Millionen Jahre alte Bakterien wiederbelebt

Norbert Lossau

Foto: Okapia

Amerikanische Forscher fanden in einem acht Millionen Jahre alten Gletscher in der Antarktis eingefrohrene Mikroorganismen. Die Bakterien konnten wieder zum Leben erweckt werden. Trotz stark degenerierter DNA vermehrten sich die Bakterien noch. Gefährlich sollen sie auch nicht sein.

Wissenschaftler der Rutgers University in New Jersey haben im Eis eines acht Millionen Jahre alten antarktischen Gletschers Bakterien entdeckt, die sie im Labor wieder zum Leben erwecken konnten. Die Forscher unter der Leitung von Kay Bidle waren überrascht, dass sich die so lange eingefrorenen Bakterien nach dem Auftauen tatsächlich noch vermehren konnten.

Die meisten heute bekannten Bakterien besitzen in ihrem Erbgut (DNA) rund 300 Millionen Basenpaare. Die acht Millionen Jahre alten Ur-Bakterien hatten hingegen nur etwa 210 Basenpaare. Möglicherweise war das Erbgut der Bakterien stark degeneriert.

Es mag manch einem durchaus unwohl bei dem Gedanken sein, dass hier Lebensformen reaktiviert werden, die es seit Millionen Jahren nicht mehr auf unserem Planeten gegeben hat. Doch die US-Wissenschaftler versuchen, diese Sorge zu zerstreuen. Diese Bakterien seien völlig ungefährlich für den Menschen, versichert der beteiligte Forscher Paul Falkowski.

Die ältesten bislang aus Eis aufgetauten Mikroorganismen waren nur rund 300.000 Jahre alt. Die jüngste Entdeckung zeigt, dass eingefrorene DNA sogar noch viel länger überleben kann.