Eingabegerät

Das "Magic Trackpad" – tötet Apple die Maus?

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Foto: AFP

Apple hat mit dem "Magic Trackpad" ein neues Eingabegerät für den Computer vorgestellt. Manche sehen darin den Anfang vom Ende der guten alten Maus.

Apple hat seine Computerpalette mal wieder erneuert. Eigentlich nicht besonders spektakulär, die iMacs haben nun schnellere Prozessoren und Grafikchips. Wenn da nicht noch das sogenannte Magic Trackpad für 69 Euro wäre. Eine graue Platte, die leicht aufrecht neben die Tastatur gelegt werden kann. Es beherrscht die Gestensteuerung, die Apple-Nutzer von ihren Notebooks, von iPhone und iPad kennen.

Die hat Apple zuletzt perfektioniert: Mit einem Finger lässt sich der Zeiger auf dem Bildschirm bewegen, mit zwei Fingern kann man den Bildschirminhalt vergrößern oder verkleinern ("zoomen"). Mit drei Fingern kann der Nutzer die zuletzt besuchte Webseite aufrufen, mit vier Finger zwischen mehreren Programmen wechseln. Es sind vor allem Funktionen, die auf dem Schreibtisch sonst die Maus übernimmt. Jenem Gerät, das seit rund 30 Jahren den Computeralltag beherrscht. Und das nach Ansicht von einigen Kommentatoren nun überflüssig zu werden droht.

Das renommierte Technik-Blog "Techcrunch" nimmt das Magic Trackpad prompt zum Anlass, das "Ende des Maus-Zeitalters" auszurufen. "Die Maus wird wohl nur noch als Präzisionsgerät von Designern genutzt werden", heißt es. Also etwa zur Bild- oder Videobearbeitung. Die Prognose: Wer die Gestensteuerung von anderen Apple-Geräten kennt, wird damit auch seinen Schreibtisch-Computer steuern wollen.

Die US-Blogger von "Gizmodo" weisen in einem Mini-Test daraufhin, dass die gesamte Oberfläche des Magic Trackpads klickbar ist, ähnlich einer Maustaste. Deswegen könne es tatsächlich ein Mausersatz sein.

Doch es gibt auch heftigen Widerspruch. Das US-Magazin "PC World" schreibt: "Trackpads dominieren Notebooks seit anderthalb Jahrzehnten, aber es gibt noch genügend Leute, die sich damit nicht anfreunden können". Viele schleppten lieber Mini-Mäuse mit sich herum, als sich an ein Trackpad zu gewöhnen.

"Techcrunch"-Leser "Taylor" sagt zum Thema Trackpad: "Sie erledigen alles langsamer und sind ungenauer". Andere weisen auf den geringen Marktanteil von Apple bei Computern hin, der einem großen Erfolg im Wege stünde. Und Leser "Bob" schreibt: "Magic wäre es wohl nur, wenn ich den Bildschirm mit meinen Gedanken steuern könnte".

Selbst Apple scheint noch nicht ganz an die Revolution zu glauben. Der US-Konzern liefert neue Desktop-Computer nach wie vor mit einer Maus aus.

( lw )