Gesundheit

Vor Schlankmachern aus dem Internet wird gewarnt

Foto: AS / Sander

Schlaflosigkeit, Herzrasen, Bluthochdruck, Störungen des Herzrhythmus und Abhängigkeit: Die meisten Schlankheitsmittel aus dem Internet sind nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest für die Gesundheit sehr gefährlich.

Bei einem Test schnitten 13 der 16 Mittel, die online bezogen werden, schlecht ab, teilte die Verbraucherorganisation in Berlin mit. Die Nebenwirkungen, die nach Einnahme der Mittel auftreten könnten, sind ernst zunehmende Gefahren für die Gesundheit. Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe sei meist falsch oder gar nicht angegeben, so dass der Nutzer nicht wüsste, welchen gefährlichen Cocktail er zu sich nehme.

„Viele Produkte werden als Nahrungsergänzungsmittel angeboten, dabei handelt es sich tatsächlich um Arzneimittel, die der ärztlichen Kontrolle bedürfen“, sagte der Gesundheitsexperte der Stiftung Warentest, Carl-Friedrich Theill. Die enthaltenen Bestandteile seien in Deutschland rezeptpflichtig, da sie erhebliche Nebenwirkungen hätten.

In den Mitteln hätten die Tester häufig aufputschendes und suchterregendes Ephedrin gefunden. Meist sei auch Coffein enthalten, sagte Theill. Die Menge in einer der Kapseln entspräche fünf Tassen Kaffee. Auch der gefährliche Wirkstoff Sibutramin wurde häufig gemessen. In Italien sei diese Substanz wegen zweier Todesfälle vor fünf Jahren vom Markt genommen worden.

Theill kritisierte außerdem, dass die Packungen nicht vollständig oder falsch deklariert oder wegen chinesischer oder kyrillischer Schriftzeichen kaum zu entziffern seien. „Die Versender der Mittel sitzen häufig in Fernost“, sagte er. Sie erreichten den Verbraucher über deutsche Zwischenhändler. Die Nachfrage bei den Kunden sei jedoch hoch. Mehr als 50 Prozent von 3000 befragten Personen hätten in den vergangen zwei Jahren Schlankheitsmittel eingenommen, 14 Prozent auch Produkte aus dem Internet.

( dpa/oc )