Frösche auf Borneo verständigen sich per Ultraschall

Dass Säugetiere wie Fledermäuse und Delfine Ultraschall nutzen, ist bekannt. Aber Frösche? Auf Borneo lebt eine Art in der Nähe rauschender Flüsse und Wasserfälle. Das ist zum herkömmlichen Quaken zu laut. Also haben sich diese Amphibien auf Töne im Ultraschall-Bereich verlegt. Die hört auch der Mensch nicht.

Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Los Angeles haben auf der indonesischen Insel Borneo nun eine Froschart entdeckt, die ausschließlich über Ultraschalllaute kommuniziert. Bisher war von Fröschen bekannt, dass wenige zusätzlich zu ihren für uns hörbaren Quaklauten auch Ultraschall einsetzen. Etwa die Weibchen des chinesischen Baumfroschs Odorrana tomato, die ihre Partner manchmal mit Quaken und mit Ultraschall anlocken.

Die Frösche der Art Huia cavitympanum können aber auf hörbare Laute gänzlich verzichten. Forschungsleiterin Victoria Arch nimmt an, dass die hochfrequenten Rufe und der untypische Bau der Hörorgane eine Anpassung an die laute Geräuschkulisse ihrer Umwelt darstellt. Die Frösche leben auf Borneo in der Nähe rauschender Flüsse und Wasserfälle. Während das Trommelfell der meisten der weltweit über 5000 Froscharten flach am Kopf anliegt, befindet sich das Trommelfell von Huia cavitympanum ähnlich wie bei den Säugetieren in einer Vertiefung an der Seite des Kopfes.

Damit können die Tiere Frequenzen von bis zu 38 Kilohertz hören. Beim Menschen, der sich normalerweise mit etwa zwei bis drei Kilohertz unterhält, ist bei 20 Kilohertz Schluss mit dem Hören.

Damit sind Huia cavitympanum die ersten bekannten Amphibien, die für den Menschen hörbare Laute vollständig meiden können. Hörbares Quaken wird von ihnen anscheinend nur noch für die Kommunikation über weitere Strecken hinweg genutzt, die die Ultraschalllaute nicht überwinden können.