Am Nachmittag des 30. November 1954 sorgte ein Meteoritenfall im US-Bundesstaat Alabama für Aufsehen. In einem Vorort der Kleinstadt Sylacauga durchschlug ein Gesteinsbrocken von Grapefruitgröße ein Hausdach, beschädigte ein Radiogerät, prallte an einem Holzregal ab und wurde schließlich so gegen die linke Hüfte der Bewohnerin gelenkt, dass die Dame eine heftige Prellung samt Blutergüssen davontrug. Dies war der erste belegte kosmische Unfall.


Die 31-jährige Ann Elizabeth Hodges konnte nach dem verständlichen Schrecken noch aufstehen und davonhumpeln, um Hilfe herbeizuholen. Bleibende Schäden sind nicht überliefert: Mrs. Hodges starb 18 Jahre nach dem Ereignis eines natürlichen Todes.


Trotz dieses Meteoritenfalls wird die Wahrscheinlichkeit, von einem Meteoriten getroffen oder verletzt zu werden, zumeist als äußerst niedrig eingestuft.


Berichte aus dem 15.Jahrhundert über vom Himmel herabregnende Steine in China, denen angeblich Hunderte, wenn nicht Tausende von Menschen zum Opfer gefallen sein sollen, werden jedenfalls mit großer Skepsis betrachtet, und Entsprechendes gilt für viele andere Erzählungen beziehungsweise Gerüchte über Tote durch einen Meteoritentreffer.


Doch die vermeintliche Sicherheit täuscht. Ungeachtet der relativen Seltenheit größerer Kollisionen müssen solche Ereignisse in die Betrachtungen einbezogen werden, zumal davon immer gleich ein größerer Anteil der Menschheit betroffen wäre.


Amerikanische Risikostudien ergaben vor einigen Jahren, dass die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen eines Meteoriteneinschlags zu sterben, etwa dreimal größer ist als das Risiko, durch einen Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen.

Während Hollywood vor Jahren eine filmische Lösung zur Rettung der Erde vor einem Zusammenstoß mit einem großen Asteroiden „präsentierte“, tun sich die Raumfahrtbehörden noch schwer damit. Immerhin hat die Europäische Raumfahrtagentur (Esa) eine Raumsonde in Planung gegeben, die die Abwehrmöglichkeiten zumindest in kleinem Maßstab untersuchen soll.


Noch allerdings kennen die Astronomen ohnehin kein größeres Objekt, das der Erde in den nächsten Jahrzehnten bedrohlich nahe kommen könnte.

Die Top-Ten der gefährlichsten Asteroiden: