Die Pläne der Europäischen Union, das Fleisch von Klontieren in den Mitgliedstaaten zum Verzehr offiziell zuzulassen, haben heftige Kritik ausgelöst. 24 der 27 Agrarminister sprachen sich bei ihrem Treffen in Luxemburg dafür aus, entsprechende Regeln für die Zulassung aufzustellen.
Diese bedeuten aber noch nicht, dass demnächst tatsächlich sogenanntes Klonfleisch auf europäischen Tellern landet. Denn bisher gibt es auf dem EU-Markt – im Gegensatz zu den USA und Kanada – gar kein Fleisch, das von Nachkommen geklonter Tiere stammt.
Bisher bestanden auch noch keine Regeln für die Vermarktung solcher Produkte. Weil aber nicht ausgeschlossen ist, dass Klonfleisch in Zukunft auch nach Europa kommt, haben die Agrarminister nun im Rahmen einer EU-Verordnung namens „Neuartige Lebensmittel“ ihre Richtlinien festgelegt. Ein Verbot von Klonprodukten stand in dieser Runde hingegen nicht zur Debatte.
Genau dieses aber fordert das Europäische Parlament. Die Abgeordneten hatten die EU-Kommission schon im vergangenen September zu Vorschlägen aufgefordert, um „die Vermarktung von Fleisch und Milchprodukten, die von Klontieren oder ihren Nachkommen stammen, und die Einfuhr geklonter Tiere und ihrer Nachkommen für die Lebensmittelversorgung“ zu verbieten. Auch generell sollten das Klonen von Tieren und die Zucht von Klontieren und ihren Nachkommen auf den Index kommen.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) verteidigte das Vorgehen des Rats: Das Zulassungsverfahren sei nur eine Übergangslösung, stelle aber „eine deutliche Verschärfung zum gegenwärtig geltenden Recht“ dar – weil es bisher eben gar keine Regeln gab.
Sollte also in Zukunft Klonfleisch in europäische Pfannen gelangen, muss es vorher „in einem strengen Verfahren“ durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit als gesundheitlich unbedenklich eingestuft worden sein. Experten zufolge ist dies aber generell der Fall.
Der Agrarrat legte zugleich fest, dass die EU-Kommission einen neuen Vorschlag einbringen soll, der ethischen Bedenken gegenüber der Vermarktung von Klonfleisch Rechnung trägt. Zudem muss die Verordnung noch durch das EU-Parlament – und dort treffen Aigner und ihre Kollegen eben auf Widerstand. Man habe sich bereits im vergangenen März mit breiter Mehrheit gegen Klonfleisch ausgesprochen und werde „dies auch in der zweiten Lesung tun“, so der Chef der CSU-Gruppe, Markus Ferber.
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