Dem Königspinguin, der im Südatlantik auf der Insel Südgeorgien lebt, ist es egal, ob der Strand, auf dem er watschelt, zu Argentinien gehört oder doch eher zum englischen Empire.

Er hat auch sicher keine Ahnung davon, dass der Fotograf Robert Friel seine Kamera auf ihn scharf gestellt hat und seit ein paar Stunden unter nassen Füßen und einer sich anbahnenden Erkältung leidet. Er hat nur eines im Sinn: diese merkwürdige Spur da vorn im Sand. Die Wissenschaft wird noch zu klären haben, ob bei Königspinguinen der Georgia-Insel ein Pfadfinder-Gen möglich sein kann.

Jedenfalls riss sich das Pinguin-Küken von der Herde los, tapste zur Spur, die der Fotograf Friel hinterlassen hatte, guckte, staunte und überlegte. Diesen Moment hat Friel in einem Foto festgehalten, das jetzt die besten Chancen hat, einen Preis beim renommierten BBC-Wettbewerb „Veolia Wildlife Photographer of the Year 2009“ zu gewinnen, der jedes Jahr von Natural History Museum in London vergeben wird.

„Während ich mir die Fährten der Pinguine im Sand ansah, bemerkte ich das Küken, das sich für meine Spuren interessierte“, sagt Friel, „da wurde mir plötzlich klar: Egal, wie leise und vorsichtig ich hier vorbeischaue – es ist ihre Welt, in die ich eindringe.“

Der Preis soll mehr sein als eine für die Fachwelt taugliche Vermessung der Fauna nach Länge, Breite, Höhe. Ausdrücklich erwünscht sind kleine Szenen und flüchtige Begegnungen mit der tierischen Weltbevölkerung, im Foto festgehalten – eine Mischung aus „technischem Know-how, naturkundlichem Wissen und Glück“.

eb