Weltweit sterben täglich 20.000 Menschen an Krebs. Führende Krebsforscher haben auf dem Weltwirtschafsgipfel in Davos angekündigt, dass in den kommenden Jahren große Fortschritte bei der Bekämpfung dieser Krankheit zu erwarten seien. Möglich werde dies in erster Linie durch Erfolge der Genomforschung.
„Krebs ist eine Krankheit des Erbguts“, erklärt Francis Collins, der Direktor des National Human Genome Research Institute, „eine Krebserkrankung lasse sich immer auf Schäden an der DNA zurückführen.“ Dabei seien jedoch viele Schritte notwendig, bevor aus einer gesunden Zelle eine Tumorzelle wird. In einer Krebszelle seien oft fünf, zehn oder noch mehr Gene verändert. Bislang seien rund 300 verschiedene genetische Ursachen für eine Krebserkrankung bekannt.
In den kommenden Monaten soll nun ein Internationales Krebs-Genom-Konsortium mit dem Erstellen einer vollständigen „genetischen Landkarte für Krebs“ beginnen. „Die Genforschung gibt uns die Kraft, die Geheimnisse von Krebs zu entschlüsseln“, so Collins. An dem Projekt sind auch Pharmafirmen beteiligt.
Eine Landkarte der Krebsgene ist gleichwohl noch keine neue Krebstherapie. Sie ist aber eine notwendige Voraussetzung für eine gezielte individuelle Behandlung mit möglichst wenigen Nebenwirkungen. Weiß man, welche Gene in einem Tumor entartet sind, so ist klar, was genau bekämpft werden muss. Entsprechende Kombinations-Medikamente gilt es dann zu entwickeln.
Professor John Mendelsohn vom Anderson Krebs-Center der University of Texas hält auf der Grundlage der Genomforschung auch neue, bessere Diagnosen für denkbar: „Was wir langfristig wollen, ist ein Bluttest für alle Krebsarten. So ähnlich, wie dies heute schon beim PSA-Test auf Prostatakrebs möglich ist.“ Allerdings müsste ein universeller Krebstest auch regelmäßig durchgeführt werden. Heute sei es jedenfalls noch so, dass ein Auto besser und öfter durchgecheckt wird, als der menschliche Körper.




