Der römisch-keltische Kahn liege im Flussbett bei Arles und sei anscheinend sehr gut erhalten, soweit das bei der schlechten Sicht unter Wasser festzustellen sei, sagte Ausgrabungsleiter Luc Long.

„Wir wissen noch nicht, wo das Schiff an der Rhône gebaut worden ist, aber fest steht, dass die Stadt Arles im Altertum Schiffswerften hatte.“ Seine Mitarbeiter hätten Holzproben an dem Wrack entnommen, um mit der Radiocarbonmethode das Alter des knapp dreißig Meter langen Schiffes feststellen zu können.

Die Form und die Bauart des Kahns ließen darauf schließen, dass er aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnung stamme. In ganz Europa seien nur sieben oder acht solcher Schiffe bekannt, sagte der Archäologe. Es sei beim Bau einer Landungsbrücke in Arles entdeckt worden.

„Das Problem ist jetzt zu vermeiden, dass die Schiffsschrauben der Schiffe, die an der künftigen Landungsbrücke anlegen, das Wrack zerstören.“ Am Besten wäre es laut Long, das Wrack zu heben und es zu konservieren; dies würde aber Jahre dauern und rund eineinhalb Millionen Euro kosten. Eine andere Möglichkeit ist dem Archäologen zufolge, das Wrack unter Wasser vollständig auszugraben, zu vermessen und eine Kopie anzufertigen.

afp/hem