Dagegen hatte die EU vor wenigen Tagen eine bislang verbotene Form der Netzfischerei wieder gebilligt. Nach Angaben der WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper werden in Treibnetzen nun unter anderem wieder Streifendelfine und Gemeine Delfine ertrinken. Beide Arten stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedroht Arten.


Die Fischereiminister der EU hatten Ende November auf Druck von Frankreich und Italien die 2002 verbotene Fischerei mit Treibnetzen in Form so genannter Schwebenetze wieder zugelassen. Die nun mit Ankern versehenen Netze sind bis zu sechs Kilometer lang und werden von Kritikern als Vorhänge des Todes bezeichnet, weil sich in ihnen nicht nur die begehrten Tun- und Schwertfische verfangen, sondern darin jedes Jahr auch unzählige Delfine, Seeschildkröten, Vögel und Haie sterben. „Jeder, der Thunfisch aus dem Mittelmeer isst, nimmt den Tod von Delfinen billigend in Kauf“, sagt Vesper und empfiehlt Konsumverzicht. Die UNEP zeigte sich von der Zulassung dieser umweltschädlichen Fischerei betroffen. „Wir werden mit den Vertragsstaaten Frankreich und Italien darüber sprechen“, sagte Veronika Lenarz vom UNEP-Sekretariat.


Die Familie der Delfine umfasst 40 Arten und reicht vom acht Meter großen Schwertwal bis hin zum möglicherweise bereits ausgestorbenen Chinesischen Süßwasserdelfin. Delfine werden vor allem durch die industrielle Fischerei und Umweltverschmutzung bedroht.
Unterstützt wird die UNEP-Aktion vom Reiseveranstalter TUI unter anderem mit Informationen über die Tiere in Reisekatalogen und In-Flight-Magazinen.