Die als liberal geltenden Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) kündigten gestern an, Nutzer des Smartphones Blackberry ab Oktober vom weltweiten Netz abzuhängen.In Saudi-Arabien wird der Messenger-Dienst der Geräte nach Angaben der staatlichen Saudi Telecom gesperrt. Nokia- oder Apple-Handys sind von der Maßnahme vorerst nicht betroffen.

In den Emiraten nutzen etwa 500.000 Menschen einen Blackberry, die meisten davon sind Geschäftsleute. Die Sperre wird nach Angaben der Behörde aber auch für Touristen und Geschäftsreisende gelten. Experten sagten scharfe Proteste gegen die Maßnahme voraus.

In den Emiraten gelten die Einschränkungen für E-Mails, Programme zum Austausch von Kurzbotschaften und Internet-Browser. Die Regierung der Emirate stört sich offenbar daran, dass sie keine Kontrolle über den Datenverkehr des Geräts von Research in Motion hat. Die Tatsache, dass die Daten unmittelbar ins Ausland übermittelt würden, bedeute ein Sicherheitsrisiko, erklärte die Aufsichtsbehörde für Telekommunikation (TRA). Es handele sich nicht um Zensur, betonte deren Chef Mohammed al-Ghanem.

"Reporter ohne Grenzen" hatte am vergangenen Donnerstag die Festnahme mehrerer Blackberry-Nutzer in den VAE kritisiert. Diese sollen versucht haben, sich per Blackberry zu einer Protestaktion gegen steigende Benzinpreise zu verabreden. Die Organisation erklärte, zu den Festgenommenen zähle ein 18-Jähriger aus dem Emirat Ras al-Khaima, der bereits seit zwei Wochen festgehalten werde.

Ein Saudi-Telecom-Vorstandsmitglied bestätigte im Fernsehsender al-Arabija ähnliche Pläne in dem Königreich. Die Maßnahme soll sich demnach aber auf den Messenger-Dienst beschränken. Aus saudi-arabischen Branchenkreisen erfuhr Reuters, die Abschaltung soll noch in diesem Monat erfolgen. Gründe wurden nicht genannt. In dem Land nutzen etwa 700 000 Menschen Blackberrys. Viele Websites sind dort ohnehin schon gesperrt. Die Blackberry-Dienste in den Emiraten sollen vom 11. Oktober an blockiert werden. "Es ist eine endgültige Entscheidung, aber wir setzen die Gespräche fort", sagte Behördenchef al-Ghanem.

BMO