Meteorologen war es bisher schon recht gut gelungen, den Weg von tropischen Wirbelstürmen vorherzusagen. Deshalb kann die Bevölkerung schon früh über die nahende Gefahr informiert werden. Die zu erwartenden Windgeschwindigkeiten sind bislang jedoch schwerer zu berechnen.

Die Forscher um Robert A. Houze von der Universität des US-Staates Washington in Seattle fanden nun jedoch ein wiederkehrendes Muster, mit dem sich die Geschwindigkeiten zyklisch verändern und mit dem sich eine Vorhersage erstellen lässt. Gefunden hatten sie es mithilfe der Daten von Flugzeugen, die in das Auge der Hurrikane „Katrina“, „Ophelia“ und „Rita“ geflogen waren. Die Besatzungen hatten dort Windrichtungen und -geschwindigkeiten, Temperaturen, Luftfeuchte und andere Parameter gemessen.

Genau genommen ist nicht das wolkenfreie Auge des Sturms der „Spiegel der Stärke“, sondern der Augenrand, wo die Wolkenzone beginnt und die höchsten Windgeschwindigkeiten auftreten. In den beobachteten Zyklen sterben Wolkenfelder am Rande des Auges ab, und der Wind wird schwächer. Parallel dazu verschmelzen Wolken außerhalb des Auges zu einem „neuen Augenrand“, bewegen sich nach innen und ersetzen das sterbende Wolkenfeld. Der Sturm verstärkt sich dabei wieder, die Windgeschwindigkeit nimmt zu.

Die Vorgänge in dieser Region zwischen dem alten und dem neuen Augenrand bildeten die Forscher im Computer nach, wie sie heute im Fachmagazin „Science“ berichten. Mit den Simulationen gelingt es, die maximale Stärke des Sturms zu berechnen. In einem Kommentar in „Science“ äußert der Meteorologe Hugh E. Willoughby von der Florida International University die Hoffnung, dass die neuen Erkenntnisse zukünftig Leben retten können.