Das Projekt von Dr. Dickson Despommier von der Columbia University in New York könnte eine Lösung für mehrere Probleme sein: für den Leerstand von Büros, für die zu üppige Ausbeutung von Landschaft, für das Klima. Er schlägt vor, Farmen in Hochhäuser einzubauen – sogenannte Indoor-Farmen.
"Im Jahr 2050 wird 80 Prozent der Weltbevölkerung in Städten und drumherum leben", sagt Despommier. "Die Bevölkerung wird um drei Milliarden Menschen zunehmen. Das bedeutet: zehn Milliarden Hektar Land werden zusätzlich benötigt, um alle Menschen satt zu bekommen." Die Indoor-Farmen könnten mitten in Ballungszentren stehen. Obst, Gemüse, Getreide – alles wäre nah am Verbraucher und bräuchte keine langen Wege bis in den Verkauf. Despommiers Rechnung: Mit dem Anbau in einem 30-stöckigen Hochhaus könnten 50.000 Menschen versorgt werden.
Das ganze Jahr lang könnte - unabhängig vom Wetter - angebaut und geernet werden. Dann brächte ein Indoor-Acker so viel wie vier bis sechs herkömmliche Äcker. Bei Erdbeeren wäre die Ausbeute noch höher: Ein Indoor-Erdbeerfeld könnte so viele Früchte bringen wie 30 Acker bislang.
Flut, Schädlinge, Dürre - all dies wäre kein Thema mehr. Despommier geht noch weiter: Pestizide, Düngemittel oder Unkrautbekämpfungsmittel würden unnötig. Wasser würde nicht länger von der Landwirtschaft verseucht. Das in den Indoor-Farmen entstehende Abwasser könnte besser aufgefangen und gereinigt werden. Die frei werdenden Flächen sollen nach Despommiers Willen aufgeforstet werden.
Der Mann hat seine Studenten ausrechnen lassen, ob seine Ideen wirtschaftlich tragbar sind. Für Manhattan und Harlem gibt es bereits Konzepte.




