Bei Menschen mit empfindlichen Zähnen liegt meistens der untere Teil des Zahns frei, das Zahnfleisch hat sich zurückgezogen. Mindestens jeder vierte Deutsche ist betroffen, meistens an den Schneide- und vorderen Backenzähnen.
Die Ursachen sind schnell gefunden: Zu viel Druck zwischen den Kiefern legt die Hälse frei, etwa durch Knirschen oder Kieferpressen in der Nacht. Dabei lockert sich der Schmelz, kriegt Risse oder wird abgesprengt. Dagegen hilft eine Beißschiene, sie hält über Nacht die Kiefer ruhig.
Aber auch harte Bürsten oder falsche Putztechnik ziehen die Zahnhälse in Mitleidenschaft, die Borsten verdrängen das Fleisch und ramponieren den Schmelz – wer es schafft, die Borsten seiner Zahnbürste rasch umzubiegen, sollte in Zukunft sanfter vorgehen.
Sind die Zahnhälse erst angegriffen, kann sich die Sache schnell verschlimmern: Wurzelkaries oder Paradontitis sind oft die Folge. Wer betroffen ist, sollte so schnell wie möglich handeln.
Was hilft? Der Zahnarzt kann die freien Hälse versiegeln – aber auch spezielle Zahnpasten können schützen. Forscher vom Max-Planck-Institut in Dresden fanden einen Weg, frei liegende Zahnhälse zu versiegeln. Ihre „Nanitactive“ enthält winzige Kristalle, die die feinen Kanäle schließt. Leider ist die Produktion aus Kostengründen eingestellt worden.
Auch Schwarzkopf hat eine Paste extra für den unteren Bereich der Zähne entwickelt: Theramed S.O.S sensitiv kostet das Dreifache einer gewöhnlichen Zahncreme, kann aber angegriffenen Schmelz reparieren. Stiftung Warentest urteilt mit „sehr gut“.
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