Die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, hat vor einer weiteren Ausbreitung der Schweinegrippe gewarnt. Das A/H1N1-Virus werde in noch mehr Ländern auftauchen und noch mehr Menschen befallen, sagte sie zum Abschluss der Weltgesundheitsversammlung am Freitag in Genf. An einer weiteren Verbreitung gebe es kaum Zweifel.
Laut WHO waren bis Freitagmorgen rund 11.200 Menschen in 42 Ländern an der Schweinegrippe erkrankt. 86 Menschen starben daran. WHO-Chefin Chan rief die 193 WHO-Mitgliedsländer zu weiterer Wachsamkeit auf. In der bevorstehenden Grippesaison auf der südlichen Halbkugel könnte sich A/H1N1 mit anderen Viren verbinden. Dies könnte unvorhersehbare Folgen haben.
Die Weltgesundheitsversammlung mit Vertretern aller Mitgliedsländer ist das höchste Entscheidungsorgan der WHO. Bei einem Sondertreffen am Dienstag sagten Pharmafirmen zu, die Produktion von Antigrippemitteln zu erhöhen und die Medizin in armen Ländern billiger zu verkaufen als in reichen Ländern.
Die WHO wies darauf hin, dass ein Impfstoff gegen das A/H1N1-Virus frühestens im Sommer produktionsreif sei.
Die Philippinen registrierten ihren ersten Fall von Schweinegrippe. Zwei Gymnasien in Rom ( Italien ) wurden für eine Woche geschlossen, nachdem vier Schüler dort an der Schweinegrippe erkrankt sind. Die Fälle in Europa verliefen bisher eher milde, Todesopfer gab es nicht.
In Spanien sind bislang 118 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt. Rund 60 Soldaten einer Militärakademie nahe Madrid sind unter Quarantäne gestellt worden, weil elf ihrer Kameraden sich mit der Schweinegrippe angesteckt haben. Neun von ihnen seien mit hohem Fieber in ein Militärkrankenhaus gebracht worden, teilte die spanische Regierung mit. Ihr Zustand sei aber nicht ernst. Die Untersuchungen hätten bestätigt, dass sich die Soldaten mit dem neuen Virus A/H1N1 infiziert haben. Wie es zu der Ansteckung kommen konnte, ist noch unbekannt.
Am Donnerstag war die erste Schweinegrippe-Infektion eine Kindes in Deutschland bekanntgeworden. Eine Sechsjährige aus Düsseldorf sei mit dem neuartigen Virus infiziert, ebenso seine Eltern, sagte ein Sprecher der Stadt. Eine weitere vierjährige Tochter des Paares sei gesund.
In Deutschland stieg die Zahl registrierter Fälle damit auf 17. Neben den 3 neuen in Nordrhein-Westfalen wurden nach RKI-Angaben Infektionen in Bayern (7), Sachsen-Anhalt (4), Brandenburg (2) und Hamburg (1) registriert.
EPD





