Paläontologie

Fossile Wasserschildkröte beweist frühe Vielfalt

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Sie haben einen Panzer, sind langsam und werden uralt. Mehr weiß der Durchschnittsbürger über Schildkröten meist nicht zu berichten. Forscher haben jetzt die ältesten Fossilien einer Wasserschildkröte entdeckt. Die geben neue Einblicke in ihre frühe Entwicklung und zeigen: Sie waren vielfältiger als gedacht.

Forscher haben auf einer schottischen Insel die bislang ältesten Fossilien einer Wasserschildkröte entdeckt. Die Tierart lebte vor etwa 164 Millionen Jahren in Seen und Lagunen auf der Insel Skye vor der Nordwestküste Schottlands, wie das Team vom Naturhistorischen Museum und des University Colleges in London im Fachjournal „Proceedings B“ der Royal Society berichten.

Die Wissenschaftler fanden auf der Insel Gestein, das die Fossilien einer neuen Art primitiver Schildkröten enthielt. Sie legten vier gut erhaltene Schildkröten frei sowie Überreste von mindestens zwei anderen Tieren. Dies sei „der vollständigste“ Fund einer Schildkröte aus dem Mitteljura und gebe „bedeutende“ neue Einblicke in die frühe Entwicklung der Tiere. Sie repräsentieren eine ganz neue Schildkröten-Gattung und wurden wissenschaftlich Eileanchelys waldmani getauft.

Es sei bisher ausreichend belegt, dass die meisten Schildkröten aus der Trias vor 210 Millionen Jahren nur auf dem Land lebten, erläuterte Doktorand Jérémy Anquetin. Bis zur Entdeckung der Eileanchelys habe es noch keine fossilen Belege für die Anpassung primitiver Schildkröten an den Lebensraum Wasser gegeben. Der jetzige Fund beweise auch, dass Schildkröten vielfältiger in ihrer Lebensweise gewesen sind als zuvor angenommen.

( dpa/mh )