Die 59-jährige Touristin aus Deutschland ist nicht wie zunächst von den thailändischen Gesundheitsbehörden vermutet an Schweinegrippe gestorben. Das berichtete das Gesundheitsministerium am Dienstag. Ein erster Test hatte den Verdacht nahe gelegt. Die Frau war am Montagabend in einem Krankenhaus gestorben.
Als Vorbeugung gegen eine rasante Ausbreitung der Schweinegrippe haben die Behörden in Japan indes am Dienstag mehr als 4000 Schulen und Kindergärten geschlossen. In Großstädten wie Kobe und Osaka trugen viele Menschen Atemschutzmasken, nachdem dort Infektionen mit dem Influenza-Virus A (H1N1) nachgewiesen worden waren. Insgesamt erkrankten nach Angaben der Behörden 163 Menschen an der Schweinegrippe. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass die Krankheit auch in die Region der Hauptstadt Tokio eingeschleppt wird. Mit rund 36 Millionen Einwohnern ist dies die größte urbane Agglomeration der Welt. Bei den ersten nachgewiesenen Infektionen handelte es sich um Menschen, die Anfang Mai aus Nordamerika eingereist waren.
Obwohl die Zahl der weltweit bestätigten Erkrankungen weiter stieg, ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch weiterhin nicht die höchste Alarmstufe wegen der Schweinegrippe aus.
Noch müsse man nicht von einer Pandemie sprechen, sagte Generaldirektorin Margaret Chan zum Beginn der Jahrestagung der WHO am Montag in Genf. Mehrere Staaten wie Großbritannien, Japan und China forderten die WHO auf, ihre Kriterien für die Erhöhung von Alarmstufen zu ändern. Eine verfrühte Ausrufung einer Pandemie könnte weltweite Panik auslösen. Derzeit gilt Stufe fünf – das bedeutet, dass ein weltweiter Ausbruch der Krankheit unmittelbar bevorstehen könnte.
Chan sagte, die große Gefahr bestehe jetzt darin, dass sich der Schweinegrippe-Erreger mit anderen Viren vermische und noch gefährlicher werde. Experten aus den 193 WHO-Mitgliedstaaten beraten von (heutigen) Montag an fünf Tage über Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionskrankheit. Chan will dabei auch Empfehlungen über die Produktion von Impfstoffen und wie sie am effektivsten verteilt werden könnten abgeben.
Die Zahl der weltweit bestätigten Erkrankungen stieg unterdessen weiter: Griechenland meldete am Montag eine erste Infektion. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist ein 19-Jähriger erkrankt, der sich seit Jahresanfang in den USA aufgehalten hatte. Sein Zustand gebe aber keinen Anlass zur Besorgnis.
Schwerpunkt der Epidemie sind weiterhin Mexiko und die USA. Aus New York wurde der sechste Todesfall in den USA gemeldet. Bisher starben damit insgesamt 76 Menschen an Schweinegrippe: 68 in Mexiko, sechs in den USA und jeweils einer in Kanada und Costa Rica.
.
ap/AFP/oc





