Der berühmte Schweizer Tiefseeforscher Jacques Piccard ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 86 Jahren am Genfer See, wie das Projekt Solar Impulse seines Sohnes Bertrand Piccard mitteilte. Berühmt wurde Piccard unter anderem mit seinem Tauchgang zur tiefsten Stelle der Erde.

Jacques Piccard sei einer der letzten großen Forschungsreisenden des 20. Jahrhunderts gewesen, würdigte ein Sprecher von Solar Impulse den Verstorbenen.

Der am 28. Juli 1922 in Brüssel geborene Piccard hatte offenbar den Pioniergeist seines Vaters geerbt, des berühmten Physikers Auguste Piccard, der als erster mit einem Heißluftballon in die Stratosphäre aufstieg. Den Sohn zog es aber in die andere Richtung: Er erforschte die Tiefsee. Am 23. Januar 1960 tauchte er mit seinem amerikanischen Kollegen Don Walsh im U-Boot „Trieste“ zum tiefsten Punkt der Erde, auf den Boden des Marianengrabens im Pazifik, 10.916 Meter unter dem Meeresspiegel.

Piccards Nachweis, dass auch in dieser Tiefe noch Leben existiert, habe dazu beigetragen, die Versenkung nuklearer Abfälle in den Meeresgräben zu verbieten, erklärte Solar Impulse. Mit seinem Interesse für Umweltfragen sei er seiner Zeit voraus gewesen.

Angetrieben von seiner Leidenschaft für die Wissenschaft und den Schutz der Meere erforschte Piccard 1969 einen Monat lang den Golfstrom und legte in dieser Zeit 3.000 Kilometer unter Wasser zurück. Er konstruierte verschiedene Tauchgeräte, darunter das erste touristische U-Boot, das anlässlich der Schweizer Landesausstellung 1964 im Genfer See zum Einsatz kam und in dieser Zeit 33.000 Passagiere transportierte.

Seinen letzten Tauchgang absolvierte Piccard im Alter von 82 Jahren. Er lebte in La Tour-de-Peilz zwischen Vevey und Montreux.

Auch Jacques Piccards Sohn Bertrand ist von Pioniergeist beseelt. Er hat als erster eine Weltumrundung in einem Heißluftballon geschafft und will nun im Rahmen des Projekts Solar Impulse mit einem Solarflugzeug um die Erde fliegen. Über seinen verstorbenen Vater sagte Bertrand, er habe ihm die Neugier weitergegeben, den Willen, die Dinge jenseits von Gewissheiten und Vorurteilen verstehen zu wollen, die Freiheit zu handeln und das Vertrauen ins Unbekannte.

AP/lha