Gesundheit

Die Welt kämpft gegen Diabetes

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Viele Menschen leben jahrelang mit ihren gefährlich hohen Zuckerwerten, ohne etwas davon zu ahnen. Diabetes mellitus - honigsüßer Durchfluss. Was harmlos klingt, zerstört die Gesundheit von 250 Millionen Menschen weltweit. Der 14. Weltdiabetestag macht gegen die globale Ausbreitung der Krankheit mobil.

Plötzlich überfällt ihn der Durst. Mehrmals am Tag. Genauso oft muss er seine Arbeit unterbrechen und eilt zur Toilette. Der Kopf brummt, die Augen sind müde. Es ist der Alltag eines Diabetikers. Die Mediziner nennen die Krankheit Diabetes mellitus – übersetzt „honigsüßer Durchfluss“. Doch was harmlos klingt, ist eine heimtückische Krankheit. Oft bleibt der hohe Zuckerwert im Blut über Jahre unerkannt. Und damit auch die Folgen für den Menschen: Schäden der Gefäße von Niere, Herz und Auge. Kaum ein Organ, das nicht betroffen ist.

Längst keine "Erwachsenenkrankheit" mehr

Weltweit sind 250 Millionen Menschen von Diabetes betroffen. Und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass die Zahl der Erkrankten bis in den kommenden 25 Jahren um mehr als 40 Prozent zunehmen wird. Der 14. November ist der wichtigste Tag des Jahres für die Menschen, die an Diabetes leiden. Der Weltdiabetestag macht auf die globale Ausbreitung von Diabetes und auf den Handlungsbedarf für bessere Pflege und Verhütung der Krankheit bei Risikogruppen. Die Initiatoren wollen zeigen, wie wichtig die Forschung nach Heilmitteln gegen Diabetes ist. Menschen aus allen Kontinenten, ob aus Australien oder Uruguay, haben für diesen Tag Aktionen organisiert.

Über 200 Kinder pro Tag erkranken an Typ-1-Diabetes, einer Autoimmunkrankheit, die nicht geheilt werden kann. Typ-2-Diabetes, der gewöhnlich mit Übergewicht und Bewegungsmangel einhergeht, galt bisher als „Erwachsenenkrankheit“. Doch immer mehr Kinder sind von diesem Typ der Diabetes betroffen. Es kann Kinder in jedem Alter treffen, auch Vorschulkinder oder Kleinkinder. Eines der Ziele der Kampagne für den Weltdiabetestag 2008 ist, die Öffentlichkeit auf die Warnzeichen für Typ-1-Diabetes aufmerksam zu machen: ständiges Wasserlassen, plötzliche Gewichtsabnahme und extremer Durst. Eltern, Lehrer, der Hausarzt – vor allem sie müssen diese Symptome kennen.

Weniger Diabetes-Tote in Deutschland

Obwohl die Prognosen eine deutliche Steigerung der Erkrankungen voraussagen, gibt es eine gute Nachricht: Die Zahl der Diabetes-Toten in Deutschland geht leicht zurück. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, starben im vergangenen Jahr 21.871 Menschen an der Zuckerkrankheit. Dies waren zwei Prozent weniger als 2006. Insgesamt erlagen wesentlich mehr Frauen dem Diabetes mellitus als Männer. In Thüringen und Sachsen-Anhalt sterben 60 und 61 Menschen auf je 100.000 Einwohner die höchste Sterblichkeit. In Bayern und Hamburg lag die Rate mit 15 und 16 Menschen am niedrigsten.

Am 14. November werden Diabetiker in aller Welt auf ihre Krankheit aufmerksam machen. Die globale Kampagne, die von der International Diabetes Federation geleitet wird, appelliert auch an die Diabetesberater, über die Krankheit aufzuklären. Der Kampagneleiter Phil Riley dazu: „Wir ermutigen die Menschen dazu, dass sie mit der Familie, Freunden und Kollegen Dinge unternehmen, die Spaß machen. Wir wollen, dass die Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, wissen, dass sie weltweit mit einer globalen Gemeinschaft verbunden sind.“