Forschung

Grüner Star und Alzheimer haben etwas gemein

Julia Nahamowitz

Foto: Sander

Alzheimer und die Augenkrankheit Grüner Star haben etwas gemeinsam. Britische Wissenschaftler fanden heraus, dass das gleiche Eiweißenzym die Ursache für beider Krankheiten ist. Damit eröffnen sich neue Chancen für die Therapie der Krankheiten.

Über die Augenkrankheit Grüner Star war bis vor kurzem noch wenig bekannt. Wissenschaftler machten für das Absterben des Sehnervs im Auge lediglich einen erhöhten Augeninnendruck verantwortlich. Bislang setzte man lediglich Mittel zur Senkung des Augeninnendrucks ein, die allerdings die Blutversorgung des Sehnervs beeinflussten. Dadurch konnte es zu Beeinträchtigungen der Sehfähigkeit kommen.

Ein Forscherteam des University College in London fand jetzt heraus, dass die Eiweißfragmente, die Alzheimer verursachen auch für das Absterben von Nervenzellen im Auge verantwortlich sind. Allerdings bedeutet das nicht, dass Menschen, die an Grünem Star leiden auch zwingend Alzheimer bekommen und umgekehrt.

Patienten können wechselseitig profitieren

Diese Erkenntnis bietet eine neue Chance zur Therapie beider Krankheiten. Medikamente, die das Fortschreiten von Alzheimer verlangsamen, könnten auch vor einer Schädigung des Auges durch den Star schützen. Erste Tests im Labor und Versuche an Ratten diesbezüglich seien erfolgreich verlaufen. Auch umgekehrt können Alzheimerkranke von der Behandlung des Grünen Stars profitieren.

Mediziner hatten bei Alzheimerpatienten schon länger Symptome ausgemacht, die denen eines Grünen Stars glichen. Eine Einschränkung des Gesichtsfelds und die typischen Schäden an den Zellen des Sehnervs wurden beobachtet. Vermutet wurde schon da eine Gemeinsamkeit von Alzheimer und Grünem Star. Durch entsprechende Experimente konnte ein direkter Zusammenhang zwischen den alzheimerverursachenden Eiweißfragmenten und der Augenkrankheit bestätigt werden.