Biologie

Mäuse entwickeln lebensgefährliche Sympathie für Katzen

Foto: zi / dpa-Zentralbild

Normalerweise meiden Mäuse Orte, wo Katzen sich häufiger aufhalten. Der Geruch von Katzenurin verscheucht die Nager. Sie verhalten sich aber völlig anders, wenn sie mit einem bestimmten Parasiten infiziert sind. Der Uringeruch wirkt dann unwiderstehlich auf die Nager.

Ratten und Mäuse verhalten sie sich extrem leichtsinnig gegenüber ihren Fressfeinden, wenn sie mit dem Parasiten Toxoplasma infiziert sind. Dann fliehen Mäuse und Ratten nicht mehr vor dem Uringeruch, er wirkt auf sie sogar anziehend. Aus der Aversion wird eine lebensgefährliche Sympathie.

Dahinter steckt eine komplexe Biologie. Das einzellige Sporentierchen Toxoplasma kann sich nur in Katzen sexuell fortpflanzen. Vögel, Säugetiere und Menschen sind nur Zwischenwirte. Der Parasit braucht den Hauptwirt Katze für einen vollständigen Entwicklungszyklus. Toxoplasma verbreitet sich im gesamten Körper seiner Wirte, wandert auch ins Gehirn und besetzt dort Strukturen, die speziell das Angstverhalten steuern.

Wie Biologen der Stanford University in den „Proceedings of the American Academy of Sciences“ berichten, wirkt der Parasit im Gehirn extrem spezifisch. Er verwandelt lediglich die Scheu vor Katzen in Sympathie. Hunde meiden die Nager nach wie vor, und auch andere Verhaltensweisen bleiben unverändert. Der Parasit muss nur in eine Katze gelangen.

( rhl )