Auf dem Konzil von Nicäa, dem heutigen Iznik in der Türkei, wurde im Jahr 325 beschlossen, Ostern in Anlehnung an die Tradition des jüdischen Pessach-Festes am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang zu feiern.

Weil eine (mittlere) Abfolge der Mondphasen etwa 29,53 Tage dauert, rücken die Vollmondtermine jedes Jahr um zehn oder elf Tage vor: Zwölf Mondzyklen sind zusammen knapp elf Tage kürzer als ein Jahr. Gleichzeitig verschiebt sich der Wochentag eines bestimmten Datums jedes Jahr um einen Tag nach hinten (in Schaltjahren sogar um zwei Tage): Der 9. April (Vollmond) ist in diesem Jahr ein Donnerstag, nächstes Jahr ein Freitag, 2011 ein Samstag und 2012 (Schaltjahr) ein Montag. Der erste Vollmond nach Frühlingsanfang fällt in 2010 auf den 30. März, der dann aber kein Montag wie in diesem Jahr ist, sondern ein Dienstag. Entsprechend wird Ostern nächstes Jahr fünf Tage nach dem 30. März und damit am 4. April gefeiert - acht Tage früher als in diesem Jahr.

Diese Berechnungsmethode, die Mond- und Wochentagszyklen sowie den Schaltzyklus des Sonnenjahres berücksichtigen muss, dürfte nicht nur den meisten Zeitgenossen reichlich kompliziert erscheinen - sie blieb früher erst recht den Spezialisten vorbehalten. Ihre Ergebnisse fassten diese "Komputisten" in umfangreichen Tabellen zusammen, die dann von kirchlicher Seite veröffentlicht wurden. Astronomische Großuhren wie etwa in der Marienkirche zu Rostock oder im Münsteraner Paulus-Dom zeigen noch heute auf ihren Kalenderscheiben die weit im Voraus berechneten Ostertermine an.

Vor 209 Jahren hat der damals 23-jährige Mathematiker Carl Friedrich Gauß eine Formel zur Berechnung des Ostertermins entwickelt, die das Verfahren vereinfachte. Aber auch sie ändert nichts daran, dass die Osterdaten sich im gregorianischen Kalender erst nach 5,7 Millionen Jahren in identischer Reihenfolge wiederholen. Einzelne Ostertermine können dagegen bis zu drei Mal hintereinander im Abstand von elf Jahren wiederkehren, bei "passender" Lage eines Schaltjahres sogar dreimal innerhalb von elf Jahren.

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