Mit solchen Positionsbestimmungen könnten Nutzer beispielsweise erkennen, welcher ihrer Kontakte sich gerade in der Nähe aufhält – und sich beispielsweise zum Kaffeetrinken verabreden. Für das US-Unternehmen wiederum steht viel Geld auf dem Spiel. Facebook könnte Werbeanzeigen zielgerichteter schalten und höhere Preise von den Kunden verlangen. Auch Drittanbieter sollen auf die Daten zugreifen können und eigene Anwendungen ("Apps") entwickeln.

Zwar ist noch unklar, wie die Ortinformationen erhoben werden sollen. Beobachter rechnen aber damit, dass sie vor allem von Mobiltelefonen stammen werden: Facebook ist auf vielen modernen Handys installiert, die Geräte ermitteln dank GPS-Satellitenortung die Position ihrer Eigentümer und können sie dann an das US-Unternehmen senden. Denkbar ist zusätzlich eine eigenhändige Eingabe der Position oder eine ungenauere Ermittlung über die sogenannte IP-Adresse, einer Kennung für Internet-Nutzer.

Laut "New York Times" wird die Funktion erst dann freigeschaltet, wenn der Nutzer dazu seine ausdrückliche Erlaubnis gegeben hat. Datenschützer dürften die Ortsinformationen trotzdem ein Graus sein. Neben Mobilfunkkonzernen wird es bald auch Internet-Anbieter in die Lage versetzen, Bewegungsprofile von den eigenen Kunden anzulegen. Neben Facebook bietet der Kurznachrichtendienst Twittereine ähnliche Funktion, weitere Anbieter sind Foursquare Gowalla oder auch Google mit seinem neuen Buzz-Dienst. Angesichts einer enormen Reichweite von mehr als 400 Millionen Nutzern dürfte Facebook in diesem Bereich aber am bedeutendsten werden.

lw