Das Risiko für Herzerkrankungen - zumindest statistisch gesehen - auch vom Wohnort ab, wie der von der Gesellschaft für Kardiologie in Köln präsentierte Herzbericht 2006 zeigt. Erfasst sind Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Klappenkrankheiten, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und angeborene Fehlbildungen des Kreislaufsystems.

In seinem Bericht kommt Autor Ernst Bruckenberger zu dem Schluss, dass die Sterblichkeit für alle fünf untersuchten Krankheitsgruppen unter den Bundesländern eine große Spanne aufweist. So liegen Hamburg und Berlin bei den Todesfällen um mehr als 20 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, Sachsen-Anhalt beispielsweise um mehr als 17 Prozent darüber.


Auffallend ist, dass die Chancen auf Rettung generell in den neuen Bundesländern schlecht sind. Die Analyse zeigt überdies, dass eine optimale Angebotsstruktur - etwa ein Herzzentrum - nicht allein entscheidend dafür ist, wie viele Menschen einen Infarkt überleben. "Nicht minder wichtig ist offenbar, dass der Betroffene schnell seinen Hausarzt aufsucht oder einen Notarzt holt. Und der Patient vom Rettungsdienst zügig zum Spezialisten gebracht wird", erläutert Bruckenberger.


Beim Herzinfarkt zählt jede Sekunde. Und offenbar stecken in der "Versorgungskette" weitere Verbesserungsmöglichkeiten, die bislang wenig beachtet wurden.

DW