Die Raumfahrtagenturen Esa und Roskosmos wollen ab dem kommenden Jahr den Flug eines sechsköpfigen Astronautenteams zum Mars erproben. Wie die europäische Raumfahrtagentur im niederländischen Noordwijk berichtete, sollen die Testpersonen insgesamt 500 Tage in einem russischen Raumschiffmodell zubringen und darin alle Arten von Szenarien einüben, die bei einer echten Reise zum Roten Planeten auftreten könnten. Dazu zählen unter anderem Krankheiten und Unglücksfälle, Kommunikationsprobleme zwischen Raumschiff und Erde sowie Nahrungsknappheit.
Nach Angaben der europäischen Raumfahrtagentur wird die Esa zwei der sechs Freiwilligen benennen, die an der Flugsimulation teilnehmen. Das Raumschiffmodell bestehe aus verschiedenen Metallbehältern, in denen sich unter anderem eine Forschungsstation, eine Ambulanz, Unterkünfte und eine Küche befinden. Ein weiterer Tank stelle eine Marsfähre dar, mit deren Hilfe die „Astronauten“ die Landung auf dem Roten Planeten üben sollen. Organisiert wird der Großversuch vom Russischen Institut für Biomedizinische Probleme. Finanziert wird das Projekt mehrheitlich von der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos.
Wie Esa-Wissenschaftler Marc Heppener erklärte, soll das Projekt unter anderem klären, wie sich Menschen verhalten, wenn sie mehr als ein Jahr lang von der Außenwelt abgeschnitten und auf sich allein gestellt sind. Es müsse geklärt werden, wie bei einem derart langen Raumflug die Gruppenbeziehungen sich entwickeln und welche möglichen Gefahren daraus entstehen: „Wir haben Erfahrungen, was passiert, wenn Astronauten auf der Internationalen Raumstation mitfliegen, aber Astronauten, die zum Mars reisen, sind eine völlig andere Sache“, sagte Heppener.
Nach den Worten des Esa-Wissenschaftlers will die europäische Raumfahrtagentur voraussichtlich Mitte Juni mit der Auswahl der Freiwilligen beginnen. Gesucht würden Kandidaten mit medizinischen und technischen sowie wissenschaftlichen Qualifikationen. Die Auswahl der Kandidaten soll im November dieses Jahres abgeschlossen sein.
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