Street View

Wütender Mob zwingt Google-Auto zur Umkehr

Googles Autoflotte fährt derzeit durch Europa und fotografiert ganze Städte für die „Street View"-Funktion. Das stößt zunehmend auf Widerstand, weil viele Menschen ihre Privatsphäre verletzt sehen. In England haben die Bewohner eines Dorfes jetzt ein Auto des US-Konzerns attackiert.

Im englischen Dorf Broughton (Grafschaft Buckinghamshire) haben Bewohner ein Auto von Google angegriffen, das Fotos für die sogenannte „Street View“-Funktion in Maps machen wollte. Ein Bewohner sah das Fahrzeug, trommelte Nachbarn und Bekannte zusammen, um dann eine Menschenkette mitten auf der Straße zu bilden. Gemeinsam stellten sie sich dem Google-Fahrzeug in den Weg und hinderten den Fahrer an der Durchfahrt. Er musste daraufhin umkehren, ohne das Dorf vollständig fotografiert zu haben.

Googles Autos sind durch eine 360-Grad-Fotokamera auf dem Wagendach weithin sichtbar. Diese Kameras fotografieren ganze Straßenzüge samt Häusern. Google veröffentlicht die Bilder später im Internet bei Maps, wo es eine Art dreidimensionale Kartenfunktion gibt.

Bei dem Dorf handelt es sich um eine gehobene Wohngegend, in der es in den vergangenen Wochen wiederholt zu Einbrüchen gekommen war. Die Bewohner hatten laut der englischen Zeitung „The Times“ befürchtet, dass die veröffentlichten Bilder von Einbrechern missbraucht werden könnten. Zuletzt war ein Fall bekannt geworden, wo ein Einbrecher sein Ziel offenbar über Google ausspioniert hatte.

Google hat für die Aktion der Dorfbewohner kein Verständnis. „Hausbesitzer sind doch sowieso dazu berechtigt, die Entfernung ihres Besitzes von der Webseite zu verlangen“, zitiert das Nachrichtenportal Cnet einen Google-Sprecher. Das gelte aber erst, nachdem das Bild erschienen sei.