Neben dem Lander von „Viking 1“ zeigen die neuen Bilder seine Abdeckung und Hitzeschild in einer Entfernung von einigen Hundert Metern. Auch der Landefallschirm hat die drei Jahrzehnte in der Nähe überdauert. Im Fall von „Viking 2“ ist nur die vor dem Aufsetzen abgeworfene Abdeckung zu erkennen. Zudem erspähte der „Mars Reconnaissance Orbiter“ auch den Rover "Spirit", der seit Anfang 2004 auf dem Mars unterwegs ist.
Marssonden hatten bereits früher aus der Umlaufbahn ihre Kolleginnen am Boden abgelichtet. Die bedeutung der „Mars Reconnaissance Orbiter“-Bilder sei aber besonders hoch, betont Alfred McEwen von der University of Arizona. “Wir kennen die Stellen am Boden aus der Sicht der Kameras von Spirit und den Viking-Landern”, so der Forscher. Der Vergleich von Boden- und Orbit-Aufnahmen liefere daher wichtige Hinweise zur Interpretation anderer Aufnahmen aus der Umlaufbahn, für die es keine Boden-Pendants gebe. Die Übersichtsbilder könnten zudem helfen, das weitere Vorgehen der Rover zu planen.
Das Viking-Programm der NASA war das erste Großprojekt in der Planetenforschung. Legt man die in den 60er Jahren verfügbaren Technologien und Erkenntnisse zugrunde, handelte es sich um ein extrem aufwendiges Vorhaben. Die gesamte Mission kostete etwa eine Milliarde Dollar.
Jede "Viking"-Sonde bestand aus einer Orbiter und einem Lander. Der Orbiter sollte eine Umlaufbahn um den Mars einschlagen. Danach sollte sich der Lander trennen und weich auf der Oberfläche des Planeten aufsetzen.
Viking 1 wurde am 20. August 1975 gestartet und erreichte eine Umlaufbahn um den Mars knapp ein Jahr später am 19. Juni 1976. Der Lander landete einen Tag später in der Landschaft Chryse Planitia. Zu dem Orbiter wurde bis zum 7. August 1980 Kontakt gehalten, mit dem Lander sogar bis zum 11. November 1982. Viking 2 wurde am 9. September 1975 gestartet und erreichte ihre Umlaufbahn am 7. August 1976. Der Lander landete in der Ebene Utopia Planitia. Der Kontakt zum Orbiter hielt bis zum 25. September 1978, zum Lander bis zum 11. April 1980.
Die beiden Orbiter übermittelten Tausende Bilder des Planeten Mars und seiner Monde Deimos und Phobos. Die Lander sendeten jeweils rund 2.300 Bilder. Bei der Mission ging es jedoch primär um eine Landung auf dem Mars. Die beiden Lander sollten auf dem Planeten Leben aufspüren, Gestein untersuchen und das Marswetter analysieren. Die Orbiter waren hingegen als Kommunikationssatelliten konzipiert, deren Aufgabe unter anderem darin bestand, den Mars zu kartieren, die Atmosphärentemperatur und den Wasserdampfgehalt zu messen.

