Die Medizinerin Annett Gauruder-Burmester vom Berliner St-Hedwig-Krankenhaus untersuchte 125 fettsüchtige Frauen jeweils vor und zwölf Monate nach einem speziellen Abspeckprogramm. Bis zu zehn Kilogramm mussten bei ihnen runter. Während dieser Zeit bekamen die Probandinnen nur kalorienreduzierte Mahlzeiten. Außerdem wurden sie in körperlicher Bewegung geschult und machten Beckenbodentraining.

Das Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité entwickelte eine Skala von eins bis fünf, wobei „eins“ bedeutete,

dass keine Probleme mit der Sexualität vorlagen, „fünf“, dass überhaupt kein Sex mehr stattfand. Vor Beginn der Ernährungstherapie lag der durchschnittliche Punktewert bei 3,5. Nach Abschluss der Therapie lag er nur noch bei 1,4 und hatte sich damit nach Ansicht der Ärzte deutlich verbessert. „Vor allem verheiratete Frauen gaben eine signifikant bessere Sexualität an“, betont Gauruder-Burmester.

Vor allem ältere Frauen, die mehr als zwei Kinder geboren haben, leiden an Übergewicht.

„Das Fett stellt einen Panzer dar und dient der Abwehr eigener Gefühle“, meint Gauruder-Burmester. Dass die sexuelle Zufriedenheit besonders bei verheirateten Frauen nach dem Gewichtsverlust steigt, führen die Ärzte auf die soziale Integration in der Partnerschaft zurück.

bvl