Ein nachlassendes Gedächtnis älterer Menschen ist nach Erkenntnissen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) vermutlich auf die abnehmende Tiefschlafdauer im Alter zurückzuführen. Studien zeigten, dass sich neu Gelerntes bei älteren Menschen im Schlaf weniger gut verfestige als bei jüngeren, teilte die DGN mit. Gleichzeitig sei bei ihnen die Länge der Tiefschlafphase deutlich verkürzt.

„Die Schlaf-Architektur, das heißt die Verteilung der Schlafstadien, verändert sich erheblich über die Lebensspanne“, erläuterte die Lübecker Schlafforscherin Jutta Backhaus. Vor allem der Tiefschlaf-Anteil nehme mit zunehmendem Alter stark ab. Während junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren noch 19 Prozent ihrer Schlafzeit im Tiefschlaf verbrächten, sinke dieser Anteil im Alter zwischen 36 und 50 Jahren auf 3 Prozent.

Gedächtnisleistung lässt mit kürzerer Tiefschlafphase nach

Dass damit auch die Gedächtnisleistung nachlässt, zeigten Backhaus und ihre Mitarbeiter in einer Studie: Sie brachten ihren Versuchspersonen Wortpaare bei und schickten sie anschließend zu Bett. Vor dem Schlafen unterschieden sich ihre Lern- und Gedächtnisleistungen nicht.

Nach einer dreieinhalbstündigen Schlafperiode hingegen wussten jüngere Probanden zwischen 18 und 25 Jahren noch deutlich mehr Wortpaare als die 48- bis 55-Jährigen. Allerdings fanden die Wissenschaftler die Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen nur dann, wenn der Schlaf in der ersten Nachthälfte stattfand: Dann sei der Tiefschlaf-Anteil besonders hoch.

kna/jn