Forscher haben ein Gerät entwickelt, das den Blick in das Innere von Baumstämmen ermöglicht. Vergleichbar mit dem Computertomographen beim Menschen, liefert der sogenannte Impulstomograph Schicht für Schicht Diagramme vom Innern der Baumstämme. Die Überprüfung des Innenlebens ist bei alten Bäumen sehr wichtig, da man ihnen mögliche Krankheiten von Außen nicht immer ansieht. Das Gerät wurde schon in der Hansestadt Lübeck an einer 150 Jahre alten Platane getestet.

Das Ergebnis war im wahrsten Sinne des Wortes niederschmetternd. Das Innere des Baumes ist von einem Pilz zerfressen und gefährdet die Standfestigkeit. Ein starker Sturm könnte ihn fällen. Um dem vorzubeugen, soll der Baum gefällt werden. Die Funktion des Impulstomograph ist denkbar einfach: In etwa 1,20 Meter Höhe werden rund um den Baum 16 kleine Geräte, sogenannte Impulsgeber, in die Rinde eingepiekt.

Mit einem Hämmerchen klopft man neben jedem Impulsgeber gegen den Stamm. Die Schwingungsimpulse werden gemessen und von einem Laptop visualisiert. „Wir messen die Zeit, die die Schwingungsimpulse von einem Messpunkt zum nächsten brauchen. Je kürzer die Zeit, desto leitfähiger und damit gesünder ist das Holz“, erläuterte der Baumgutachter der Hansestadt Lübeck, Heinrich Paulsen.

Der Computer entwirft Diagramme und veranschaulicht so den Zustand des Baumes. Dabei steht Blau für gesundes Holz, Rot und Magenta signalisieren eine weit fortgeschrittene Zerstörung. Das Gerät kostet rund 16000 Euro und befindet sich noch in der Erprobungsphase. Es kann helfen, dass die Straßen- und Parkbäume nicht leichtfertig gefällt werden und sie so lange wie möglich zu erhalten. Zudem kann rechtzeitig erkannt werden, wenn eine Gefährdung von einem kranken Baum ausgeht.

dpa/lno