Studie

Junge Verliebtheit gleicht einer Manie

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Jugendliche, von denen behauptet wird, sie seien geradezu verrückt vor Liebe, sind es vielleicht auch. Das will eine Studie der Universität Basel beweisen. Ihr Fazit nämlich lautet: Frisch verliebte Teenager weisen mitunter starke Parallelen zu einer manischen Depression auf.

Serge Brand und sein Team der Universitären Psychiatrischen Kliniken in Basel gingen der Frage nach, wie sich das Verhalten bei Verliebten gegenüber Nicht-Verliebten unterscheidet. Über die Ergebnisse der Studie berichtet die New Scientist.

113 Teenager im Alter von etwa 17 Jahren untersuchte das Team. Anhand von Fragebögen dokumentierten die jungen Probanten über einen längeren Zeitraum ihre Gefühle und Stimmungen, sowie ihr Schlafverhalten für die Forscher. Zu Beginn der Studie waren 65 der 113 Probanten in einer frühen Phase der Verliebtheit.

Bei der Auswertung des Fragebogens erkannten die Wissenschaftler bei den frisch verliebten Jugendlichen einen deutlichen Hang zur "Hypomanie“ – einer abgeschwächten Form der Manie, die sich durch eine gehobene Grundstimmung, erhöhten Antrieb und eine Veränderung im Denken äußert.

Die verliebten Teenager schliefen im Durchschnitt eine Stunde weniger als Nicht-Verliebte – ohne dabei wesentlich müder zu sein. Am Tag waren sie aktiver und öfters in Kauflaune. 60 Prozent gaben deutlich mehr Geld aus, als sie beim Einkauf eigentlich wollten. Bei den Jugendlichen ohne Herzblatt, waren es nur 30 Prozent.

Die verliebten Jugendlichen geizten auch nicht mit Ideen und Kreativität, wie die Ärzte herausfanden. Die Gruppe der Verliebten gab doppelt so häufig an, dass die Liebe sie geistig beflügelt und sie mehr Ideen hatten. Beunruhigend ist dagegen, dass sich das Hochgefühl auch auf der Straße hielt. Wer verliebt ist, fährt im Durchschnitt schneller und risikoreicher, so die Forscher.

Die "Hypomanie“ ist eine affektiven Störung. Die Betroffenen empfinden sie wird meist als nicht behandlungsbedürftig, da sie sich nicht krank fühlen. Erst wenn Probleme im sozialen Umfeld oder eine deutliche Beeinträchtigung der Berufstätigkeit auftreten, wird die Behandlung notwendig.

Die Ergebnisse sollten bei der Therapie von Jugendlichen mit Schlafstörungen oder anderen Verhaltensauffälligkeiten berücksichtigt werden, so die Forscher. Nicht jeder jugendliche Patient muss zwangsweise an einer ernsten Erkrankung leiden, sondern könnte sich in der frühen Phase der Verliebtheit befinden

( hem )