Mit intensiven Röntgenstrahlen haben Wissenschaftler ein übermaltes Van-Gogh-Bild sichtbar gemacht. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der TU Delft in den Niederlanden fand unter dem Gemälde „Grasgrond“ von Vincent van Gogh ein Frauenporträt des Künstlers, wie die Helmholtz-Gemeinschaft am Mittwoch mitteilte. Diese ist mit dem Forschungszentrum Deutsches Elektronen-Synchrotron (Desy) an der Untersuchung beteiligt.
Dafür sei das Bild zwei Tage lang mit einem intensiven und sehr feinen Röntgenstrahl Pigment für Pigment abgerastert worden. Der Strahl aus einer Synchrotronstrahlungsquelle habe die Fluoreszenz der einzelnen Farbschichten gemessen. Da die Fluoreszenz charakteristisch für die jeweiligen chemischen Elemente ist, können einzelne Farbpigmente getrennt aufgezeichnet werden, wie eine Desy-Sprecherin erklärte. Die Verfälschung des Messergebnisses durch die oberen Farbschichten sei relativ gering.
Bereits frühere Untersuchungen hatten hinter dem 1887 in Paris von van Gogh gemalten Bild einer Wiese die schwachen Konturen eines Kopfes erahnen lassen. Bisher angewandte Techniken hatten jedoch Grenzen. Nun konnte das verborgene Bild fast in der Qualität eines Farbfotos rekonstruiert werden.
Die neue Technik ist laut Desy für die Erforschung weiterer verborgener Bilder wegbereitend. Es ist bekannt, dass van Gogh häufig seine älteren Werke übermalte. Experten gehen davon aus, dass etwa ein Drittel seiner Gemälde noch ein weiteres Bild verbirgt. Die Rekonstruktion hilft den Kunsthistorikern, die Entwicklung in seinen Werken besser zu verstehen.
AP/cl





