Das japanische Wort Tsunami bedeutet eigentlich "Welle im Hafen", wird weltweit aber für Flutwellen benutzt, die von Erdbeben, Erdrutschen oder Vulkanen unter der Meeresoberfläche verursacht werden. Tsunamis bestehen aus einer Serie von Wellen, die sich im tiefen Ozean mit Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Kilometern pro Stunde ausbreiten und so binnen kurzer Zeit ganze Ozeane durchqueren können. Im flachen Wasser pflanzen sie sich nur noch mit Tempo 30 bis 50 fort.

Tsunamis erreichen auf hoher See nur geringe Höhen von meist 30 bis 80 Zentimetern. Sie entfalten ihre Zerstörungskraft in den flachen, küstennahen Gewässern, wo sie sich im Extremfall zu gigantischen Wellenbergen von 30 bis 50 Metern aufstellen können. Die meisten Tsunamis ereignen sich im Pazifischen Ozean, sie können aber auch in allen anderen Ozeanen und Meeresgebieten auftreten, wie das Geoforschungszentrum Potsdam notiert. Frühwarndienste versuchen mit Sensorbojen, Computern und Satelliten, betroffene Gebiete rechtzeitig vor möglichen Riesenwellen zu warnen.

Die Katastrophe vom 26. Dezember 2004 war die schwerste durch einen Tsunami ausgelöste, aber längst nicht die einzige:

* 17. Juli 2006: Ein Seebeben der Stärke 7,7 führt zu einer zwei Meter hohen Flutwelle, die Urlaubsorte und Fischerdörfer an einem rund 180 Kilometer langen Küstenabschnitt von Java zerstört. Mehr als 300 Menschen kommen ums Leben.

* 17. Juli 1998: Eine Flutwelle reißt nach einem Beben vor Papua-Neuguinea mehr als 1200 Menschen in den Tod.

* 1. April 1946: Ein Erdbeben auf den Aleuten löst einen Tsunami aus, in Alaska kommen dabei fünf Menschen ums Leben. Als die Welle Stunden später Hawaii erreicht, fordert sie weitere 159 Todesopfer.

* 15. Juni 1896: Der sogenannte Sanriku-Tsunami, eine Wasserwand von 23 Meter Höhe, überrascht Japan inmitten religiöser Großfeierlichkeiten. 26 000 Menschen ertrinken.

* 27. August 1883: Der Ausbruch des indonesischen Vulkans Krakatau verursacht eine 30 Meter hohe Welle an den Küsten von Java und Sumatra, die mehr als 36 000 Menschen tötet. DW