Biologie

Kapuzineräffchen rechnen mit Erdnüssen

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Können Affen mehr als nur eins und eins oder überhaupt etwas zusammenrechnen? Elsa Addessi vom Institut für kognitive Wissenschaften und Techniken in Rom wollte wissen, ob ihre zehn Kapuzineraffen den Wert des Geldes begreifen können. Sie können es - mit Hilfe von Erdnüssen.

Zunächst wurde den Affen beigebracht, dass sie mit einem blauen Plastikchip ein Stück Erdnuss „kaufen“ könnten. Für eine gelbe Plastikmünze bekamen sie insgesamt drei Stückchen Erdnuss. Addessi ließ sie die Farbe der Plastikchips dabei selbst auswählen. Die Affen sollten erkennen, dass die Wahl des gelben Plastikchips ihnen mehr Erdnussstücken einbrachte, als die der blauen Münze.

Vier Äffchen erwiesen sich als clever

Nachdem sie dies begriffen hatten, fing der eigentliche Test an. Sie sollten nun zwischen einem gelben und bis zu fünf blauen Chips auswählen.

Zwei Kapuzineräffchen griffen immer nach dem höheren Stapel, egal welcher Farbe. Weitere vier mochten die Farbe Gelb anscheinend lieber als blau und nahmen sie ausschließlich. Eine mögliche Ursache hierfür könnte der Versuchsaufbau sein, meint Addessi. Die Äffchen bekamen bei Abgabe eines gelben Plastikchips sofort drei Stückchen Erdnuss. Wollten sie hingegen die blauen Chips eintauschen, mussten sie diese einzeln abgeben. Für jeden Chip bekamen sie immer nur ein Stückchen Erdnuss. „Die Warterei auf ihre Belohnung könnte eventuell einige Tiere verärgert und frustriert haben“, glaubt Addessi. Nur vier Kapuzineräffchen wählten die Plastikchips immer so aus, dass sie den größtmöglichen Gewinn machten.

Für die schlausten Affen und zwei andere ging der Test noch weiter. Addessi und ihre Kollegen ließen sie nun zwischen zwei gelben Plastikchips - im Wert von sechs Erdnussstücken - und vier oder fünf blauen Chips – die je nachdem vier oder fünf Erdnussstückchen brachten - auswählen.

Einem Affen wurde das zu viel - er verstand den Test überhaupt nicht. Drei Äffchen gingen auf Nummer sicher – und blieben bei gelben Plastikmünzen. Die restlichen drei meisterten auch diesen Test und profitierten von der richtigen Wahl.

Die Tiere können grob überschlagen

Addessi glaubt nicht an hohe mathematischen Fähigkeiten. Wahrscheinlicher ist, dass die Tiere die Anzahl der Chips und die damit verwundende Menge an Erdnussstückchen überschlagen können.

„Wenn sie genau rechnen würden, wäre es ihnen genauso leicht gefallen zwischen vier und fünf oder vier und sechs Erdnussstückchen zu unterscheiden“, glaubt die Forscherin. Die Erfahrung sah jedoch anders aus: Den Äffchen fiel es wesentlich leichter zwischen Zahlen mit größerem Abstand zu unterscheiden.

Sie hatten kaum Probleme zwischen sechs oder vier Erdnussstückchen - zwei gelben oder vier blauen Chips - auszuwählen. Die Unterscheidung fünf oder sechs Erdnussstückchen - zwei gelbe oder fünf blaue Plastikmünzen - fiel ihnen dagegen wesentlich schwerer.

Die Fähigkeit zwischen „mehr“ oder „weniger“ zu entscheiden ist für die Tiere sehr wichtig. Im Zweifelsfall müssen sie erkennen, welcher Baum mehr Früchte trägt, gleichzeitig aber auch sehen, wo mehr Feinde lauern. Das Besondere an der Studie ist, dass die Kapuzineräffchen nicht nur nach der Menge der Münzen auswählten, sondern nach den dafür stehenden Symbolen. Ähnlich wie der Mensch, der für eine bestimmte Geldwert einen bestimmte Warenmenge kaufen kann.

( hem )