Ältere Liebespaare haben nach einer Untersuchung der Universität Göttingen beim Sex deutlich mehr Spaß als jüngere Menschen. Gründe seien die größere Erfahrung und weniger unrealistische Erwartungen, sagte der Leiter der Studie, der Psychologe Ragnar Beer, gestern. Er bestätigte einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus". Die Göttinger Forscher hatten online mehr als 60.000 Personen zwischen 20 und 59 Jahren nach ihrer sexuellen Zufriedenheit befragt.
"Grundsätzlich geht die sexuelle Lust nicht durch das Alter verloren, sondern durch die Partnerschaftsdauer", sagte Beer. "Unabhängig von Lebensalter lasse die Lust am Sex innerhalb der ersten zehn Jahre einer Partnerschaft nach." Bei jüngeren Paaren zwischen 20 und 29 Jahren sei dieser Lustabfall aber weitaus stärker als bei Paaren der ältesten befragten Gruppe zwischen 50 und 59 Jahren.
"Bei gleich langer Dauer der Partnerschaft ist die sexuelle Zufriedenheit bei den Älteren in den ersten Jahren ständig höher als bei den Jüngeren, auch wenn sie abfällt", sagte der Psychologe. Dies könne mehrere Ursachen haben. "Der wichtigste Faktor ist die Erfahrung." Die älteren Menschen seien wegen der größeren sexuellen Erfahrung im Mittel zum Beispiel bessere Liebhaber als die 20- bis 29-Jährigen.
Und die größere Lebenserfahrung führe dazu, "die völlig überzogenen Erwartungen, die man als jüngerer Mensch an sein Sexualleben hat, zu relativieren", erläutert Ragnar Beer. Ohne überhöhte Erwartungen könnten die Partner den Sex deshalb viel besser genießen. Positiv auf das Sexualleben wirke sich für ältere Menschen oftmals auch der Fakt aus, dass sie im Haushalt in aller Regel keine Kinder mehr zu versorgen hätten.
dpa





