Das deutsche Gesundheitssystem liegt im europäischen Vergleich bei der Anzahl von Ärzten und Krankenhausbetten an der Spitze, bei Lebenserwartung und Säuglingssterblichkeit hingegen nur im Mittelfeld. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die das Bundesgesundheitsministerium veröffentlichte.
Der Studie zufolge gibt es im Durchschnitt der 15 untersuchten EU-Staaten 320 Ärzte auf 100.000 Einwohner, in Deutschland hingegen 352. Damit befindet sich die Bundesrepublik europaweit auf Rang drei, nur in Griechenland und Belgien gibt es mehr Mediziner. Bei der Säuglingssterblichkeit liegt Deutschland dennoch nur auf Rang acht, bei der Lebenserwartung auf Rang sieben.
Männer werden in Deutschland im Schnitt 76,2 Jahre, Frauen 82,1 Jahre alt. Der europäische Durchschnitt liegt bei den Männern einige Monate, bei den Frauen mehr als ein Jahr darüber. Die höchste Lebenserwartung haben die Schweden, Spanier und Italiener.
Die Gesundheitsausgaben pro Kopf betragen in Deutschland 2.608 Euro im Jahr. Höher sind sie nur in Luxemburg (4.116 Euro), Österreich (2.844 Euro) und Frankreich (2.620 Euro). Der Durchschnitt aller EU-15 Staaten liegt bei 2.318 Euro. Das sind rund 13 Prozent weniger als in Deutschland. Die 15 EU-Staaten sind Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich, Deutschland, Österreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Irland, Großbritannien, Dänemark, Schweden und Finnland. In den neuen osteuropäischen Mitgliedsstaaten liegen die Pro-Kopf-Ausgaben bei rund einem Drittel des deutschen Wertes.
Die Studie liefert auch Daten über die einzelnen deutschen Bundesländer. Demnach liegen Baden-Württemberg und Bayern bei der Lebenserwartung an der Spitze. Schlusslichter in der Rangfolge sind hier Sachsen-Anhalt, das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern. Auch bei der Säuglingssterblichkeit stehen Baden-Württemberg und Bayern, zusammen mit Sachsen, auf dem ersten Platz. Die höchste Säuglingssterblichkeit haben Thüringen und Nordrhein-Westfalen.
Die höchste Arztdichte haben der Untersuchung zufolge die drei Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. Am Ende der Rangfolge befinden sich Brandenburg und Niedersachsen. Das Gutachten wurde von der Augsburger Beratungsgesellschaft für angewandte Systemforschung im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums erstellt.
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