Als „Musik-Tausendsassa“ wurde er häufig beschrieben, noch häufiger als „Blödelbarde“ – doch beide Begriffe mochte er nicht wirklich: Er sei ein „Musik-Komödiant“, sagte Ingo Insterburg immer. Am Samstag ist der Gründer der legendären Band „Insterburg & Co“ nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren gestorben.

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Zu einem Zeitpunkt, zu dem es den Begriff Stand-up-Comedy in Deutschland noch nicht gab, erlangte die Band, die Insterburg 1967 mit Karl Dall, Peter Ehlebracht und Jürgen Barz gegründet hatte, Kultstatus mit einem neuen Typ von Unterhaltung: Musik-Parodien für den einfachen Humor. Bekanntestes Lied ist bis heute „Ich liebte ein Mädchen aus...“. Endlosreim in YouTube-Videos.
„Ein hart arbeitender Mensch“
Insterburg spielte Gitarre, Geige, Querflöte und Saxofon – manchmal alles gleichzeitig. Zudem baute er skurrile Instrumente: Eine Flöte aus einer Bürste, ein Saxofon aus einem Abwasserschlauch und ein Banjo aus einem Eimer. „Alles, was man zum Klingen bringen kann, das mach’ ich“, sagte er mal.
Das habe ihm viel Bewunderung in seiner Branche eingebracht, sagt sein Manager Frank Nietsch. Vor allem sei Insterburg aber eines gewesen: „Ein hart arbeitender Mensch mit einem unglaublichen Musikgespür.“
1967 traf Insterburg seinen Bruder im Geiste
Insterburg, der als Ingo Wetzker im ostpreußischen Insterburg, dem heutigen Tschernjachowsk geboren wurde, nahm als Liedermacher den Namen seiner Geburtsstadt an, war fortan Ingo Insterburg. Ab 1959 zog es ihn auf die Bühne. Zunächst begleitete er als „Guitar-Ingo“ seinen damaligen WG-Mitbewohner, den Schauspiel-Berserker Klaus Kinski, der seinerzeit Brecht-Balladen sang.

Wesentlich mehr kreative Durchschlagskraft hatte aber Insterburgs Begegnung mit Karl Dall 1967. Ein anarchischer Bruder im Geiste. Mit „Insterburg & Co“ tingelten sie durch die Lande.
Die Musiker mit ihrem optischen Markenzeichen, den Flachbärten, kamen zur rechten Zeit. Nachkriegsdeutschland war lange Zeit eine Humorwüste mit röhrendem Heimatfilm und Schlagern von Vico Torriani. Infolge der ’68er entwickelte sich eine echte Nonsens-Kultur. Es wurde nach Kräften gegen Blümchentapete und Gartenzwerge angesungen und gekalauert.
Vorbild für Otto Waalkes und Mike Krüger
„Insterburg & Co“ standen mit ihrer „Kunst des höheren Blödsinns“ im Epizentrum, waren Vorbilder für Komiker wie Otto Waalkes oder Mike Krüger.

Ihre Programme bestanden aus komischen Musikstücken, Parodien und Stand-up-Comedy: „Ja, warum weinst Du denn? Ich – ich habe ein Pfund Weintrauben gegessen.“ Schlichter Humor – oder Dada? Vielleicht ein Mix.
Anfang der Siebziger gewann das Quartett zunehmend an Popularität. Die Formation ging 1979 auseinander. Ingo Insterburg tourte noch bis 1993 in verschiedenen Besetzungen unter dem alten Bandnamen. Danach trat er als Solist auf, war bissig, pointiert und literarisch schräg. 2005 ging er noch einmal mit Karl Dall auf Tour.
Insterburg war Marathon-Läufer und Vegetarier
Eigentlich wollte der einst passionierte Marathon-Läufer und überzeugte Vegetarier mit 77 Jahren seine Karriere beenden. Doch statt den Ruhestand in seiner Berliner Fünf-Zimmer-Wohnung zu genießen, zog es ihn 2012 wieder auf die Bühne. Gemeinsam mit Lothar „Black“ Lechleiter von „Schobert & Black“.
Diese Prominenten sind 2018 gestorben
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Noch im April absolvierte das Duo Termine. Im September dann musste Ingo Insterburg einen Auftritt aus gesundheitlichen Gründen absagen. .













































































