Oktoberfest

Wiesn-Bilanz 2018: Es gab mehr Angriffe auf Polizisten

Die Bilanz ist überwiegend gut: Mehr Besucher kamen 2018 zum Oktoberfest – am Freitag auch die Clintons, gestern der FC Bayern München.

Mehr als sechs Millionen Menschen tummelten sich auf dem Oktoberfest.

Mehr als sechs Millionen Menschen tummelten sich auf dem Oktoberfest.

Foto: Felix Hörhager / dpa

Berlin.  Die Wiesn-Bilanz 2018 fällt geteilt aus: Es kamen zwar mehr Gäste, aber ein Todesfall überschattete das Fest. Es wurde vergleichbar viel Alkohol getrunken wie 2017. Davon prügelten sich weniger Leute. Aber: Es gab einen Todesfall, ein Mann starb nach einem Angriff an Hirnblutungen. Das ist die Bilanz des Oktoberfestes 2018. Insgesamt waren in zwei Festwochen 6,3 Millionen Menschen gekommen. Immerhin noch 100.000 mehr als im Vorjahr.

„Es war ein Superwiesn“, sagte der Wiesnchef und zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) am Sonntag zum Abschluss des Festes. Bei mildem Herbstwetter verteilten sich die Besucher gut auf Zelte, Biergärten und Fahrgeschäfte - ein Grund für friedliche Stimmung. Wirte, Schausteller und Marktkaufleute hatten zufriedene Gesichter.

Der FC Bayern München konnte sich nicht so richtig freuen

Weniger fröhliche Mienen gab es beim FC Bayern München, der sich einen Tag nach dem ernüchternden 0:3 gegen Borussia Mönchengladbach zum traditionellen Besuch des Oktoberfestes traf. Während sich Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge an der Seite seiner Frau vor einem Promizelt ein Lächeln abrang, ließ sich Trainer Niko Kovac mit ernster Miene neben Sportdirektor Hasan Salihamidzic ablichten.

Mehrere Spieler kamen mit ihren Frauen, zum Beispiel Manuel Neuer mit Nina und Mats Hummels mit Cathy. Einige brachten auch ihre Kinder mit. So posierte Arjen Robben mit seiner Frau und den drei Kindern Lynn, Luka und Kai. James brachte seine kleine Tochter Salome mit.

Mehr Enten, weniger Ochsen gegessen

In den zwei Festwochen tranken die Wiesngäste wie im Vorjahr 7,5 Millionen Liter Bier, brachten aber einen besseren Appetit mit: Beim Essen wie auch bei alkoholfreien Getränken gebe es zehnprozentige Zuwächse, sagte Schmid. Besonders gefragt waren Gerichte wie Enten, Haxn, Schweinsbraten und Käsespätzle.

Die Gäste verspeisten aber weniger Ochsen (124 statt 127) und Kälber (48 statt 59) als im Vorjahr. Das Plus in der Küche und Alkoholfreiem passe zu der veränderten Besucherstruktur: Es seien mehr Familien gekommen - und auch die Generation 60 plus habe verstärkt mitgefeiert, sagte Schmid.

Viele Gäste, zufriedene Schausteller – aber auch ein Todesfall

. Bis zur Halbzeit gab es weniger Delikte. Ein Mann starb jedoch – und 15 Polizisten sind angegriffen worden. Der neue Sanitätsdienst Aicher Ambulanz behandelte knapp 5800 Patienten - weniger als das Rote Kreuz im Vorjahr (knapp 7000). In rund 700 Fällen war Gästen das Bier in der konsumierten Menge nicht bekommen.

Der Todesfall überschattete die erste Festwoche. Nach einer Schlägerei vor einem Bierzelt war ein Mann (58) an einer Hirnblutung gestorben. Zuletzt war auf dem Volksfest 1991 ein Besucher bei einem Streit getötet worden.

Hoher Besuch auf den Wiesn – die Clintons kamen

Gleichzeitig gab es in diesem Jahr mal wieder ausgesprochen berühmten Besuch: Hillary Clinton (70) kam mit Gatten Bill (72), seines Zeichens immerhin ehemaliger US-Präsident, besuchte sie das Oktoberfest in München.

Die beiden hatten aber keine politische Agenda, die sie verfolgen wollten, sondern ein ganz bürgerliches Ziel: Das Oktoberfest in München. Tatsächlich besuchte das Ehepaar die Wiesn am Freitag. Ein gewöhnlicher Besuch war es nicht.

Die Clintons feiern im Käferzelt

Die Ex-Präsidentschaftskandidatin und der frühere US-Präsident kamen begleitet von großem Polizeiaufgebot – in das bei Promis traditionell beliebte Käfer-Zelt. Das ehemalige Präsidentenpaar fuhr mit einer großen Eskorte vor. Die Beiden stiegen aus einem schwarzen, verdunkelten Wagen und winkten kurz, bevor sie hinter einer Absperrung und dann im Zelt verschwanden.

Drinnen wurde dann gewissermaßen fürstlich gefeiert. Bill Clinton trug Lederhosen und saß mit einer Maß Bier in der Hand neben Gloria Fürstin von Thurn und Taxis. Der Ex-Präsident der USA zeigte sich gut gelaunt, lachte und umarmte Wiesn-Besucherinnen. Seine Frau verzichtete auf die bayerische Tracht und kam im rot-gemusterten Blazer.

Auch Obama will zum Oktoberfest

Ex-Präsident Barack Obama, den Hillary Clinton eigentlich im Amt beerben wollte, hatte angekündigt, die Wiesn - immerhin das größte Volksfest der Welt - nach dem Ende seiner Amtszeit besuchen zu wollen. „Ich bin noch nie beim Oktoberfest in Deutschland gewesen, das heißt: Ich muss nochmal wiederkommen. Wahrscheinlich macht es mehr Spaß, wenn ich kein Präsident mehr bin“, sagte er 2016.

Entsprechende Einladungen der Wiesn-Wirte und von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat er aber bislang nicht wahrgenommen.

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