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Michael Douglas: „Ich habe mich nie als Sexsymbol gesehen“

Hollywoodstar Michael Douglas, zurzeit mit dem Film „Ant-Man“ im Kino, ist nach seiner Krebserkrankung vor acht Jahren voller Energie.

Foto: Getty Images / Getty Images Entertainment/Getty Images

Paris.  Ans Aufhören denkt Michael Douglas noch lange nicht. Nach seiner Krebserkrankung vor acht Jahren startet der Hollywoodstar gerade im Jahr seines 50. Hollywoodjubiläums noch einmal richtig durch. Nach seinem ersten Ausflug ins Heldenuniversum mit „Ant-Man“ vor drei Jahren spielt er auch in der Fortsetzung den Wissenschaftler Hank Pym, der einen Superhelden in Ameisengröße entwickelt hat. Zum Interview in Paris kommt der 73-Jährige bestens gelaunt und mit einem strahlenden Lächeln.

Herr Douglas, wie geht es Ihnen?

Michael Douglas: Danke, blendend. Ich bin seit sechs Jahren krebsfrei und genieße jede Minute meines Lebens.

Fühlen Sie sich nach Filmen wie „Basic Instinct“ oder „Eine verhängnisvolle Affäre“ immer noch als Sexsymbol?

Douglas: Nein. Ich selbst habe mich nie als Sexsymbol gesehen.

Ihr Vater, der berühmte Schauspieler Kirk Douglas, der inzwischen 101 Jahre alt ist, war einst dagegen, dass Sie Schauspieler werden. Ist es okay für Sie, wenn Ihre Kinder auch in Ihre Fußstapfen treten?

Douglas: Definitiv. Sie sollen das machen, womit sie glücklich sind. Und mit meiner Frau Catherine Zeta-Jones und mir haben sie auch Vorbilder. Sie sehen, dass es funktioniert.

Die Rolle aus welchem Film hängt Ihnen am meisten nach?

Douglas: Das wird wohl „Wall Street“ sein.

Sind Sie an einem Punkt in Ihrem Leben angekommen, an dem Sie auf Ihre Karriere zurückblicken und eine Art Fazit ziehen?

Douglas: Nein, denn ich war noch nie der Typ, der gerne zurückblickt. Aber wenn Sie mich so fragen: Ich habe schon viele Filme gemacht, auf die ich stolz bin. Diesbezüglich kann ich mich wirklich nicht beklagen. Ich bin jetzt seit 50 Jahren im Filmgeschäft und habe alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Aber ich habe kein Interesse daran, meine Memoiren zu verfassen. Ich bin noch nicht fertig.

Haben Sie anfangs Ihre Rollen anders ausgewählt als heute?

Douglas: Nein, denn ich suche mir nicht die Rollen aus, sondern die Filme. Anders als viele andere Schauspieler stehe ich ja nicht nur vor der Kamera, sondern produziere auch. Wenn mir ein Drehbuch angeboten wird, lese ich alles. Nicht nur meine Rolle. Ich entscheide, ob es ein guter Film ist, nicht eine gute Rolle. Klingt es sexy, packt es mich, dann fange ich an zu analysieren. Über die Jahrzehnte habe ich viel Erfahrung gesammelt und finde schnell raus, ob ein Film hält, was das erste Lesen verspricht.

Ihren Durchbruch hatten Sie mit der Fernsehserie „Die Straßen von San Francisco“. Was geht Ihnen heute durch den Kopf, wenn Sie im Fernsehen zufällig über eine der alten Folgen im Fernsehen stolpern?

Douglas: Welche großartige Zeit wir damals hatten. Karl Malden war nicht nur in der Serie mein Mentor, sondern auch im echten Leben. Alles, was ich über Schauspielerei gelernt habe, habe ich von ihm und dieser Zeit mitgenommen. Wir drehten 26 Folgen im Jahr, achteinhalb Monate lang, sechs Tage die Woche. Jede Woche gab es nicht nur neue Drehbücher, sondern auch neue Regisseure. Die Disziplin am Set war unglaublich. Ich verdanke Karl alles. Und Deutschland!

Deutschland?

Douglas: Ihr Land war das erste, in dem ich als Schauspieler ausgezeichnet wurde. 1976 habe ich in München den Bambi bekommen. Bei der Preisverleihung stand ich auf der Bühne, hielt meine Dankesrede und die Leute tuschelten: Was soll das, wer ist das, warum redet der so komisch? Meine deutsche Synchronstimme war viel tiefer als meine eigene. Und viel besser. Nach diesem kurzen Ausflug nach Deutschland habe ich ein intensives Stimmtraining begonnen und ein ganz neues Auftreten bekommen.

Hat das Besiegen der Kehlkopfkrebserkrankung neue Energien bei Ihnen freigesetzt?

Douglas: Ja, denn ich habe auf einmal wieder eine Zukunft. Und gerade jetzt als Schauspieler eine Zukunft zu haben, ist ganz wunderbar. Egal in welchem Alter.

Warum?

Douglas: Weil wir in rosigen Zeiten leben. Dank all der Streamingdienste wie Netflix, Amazon und Hulu können wir uns vor Angeboten nicht retten. Meine Frau Catherine hat gerade sogar eine Serie für Facebook abgedreht. Jeder mit Talent, egal ob Drehbuchautoren, Regisseure oder Schauspieler – wir haben gerade alle eine Menge Optionen.

Gibt es etwas, was Sie bedauern? Verpasste Chancen zum Beispiel?

Douglas: Nein, ganz im Gegenteil. Ich bedauere eher, eine Zeit lang zu viel gemacht zu haben. In den späten 8oer- und frühen 90er-Jahren hatte ich einen Lauf. „Eine verhängnisvolle Affäre“, „Wall Street“ – danach habe ich mich übernommen.

Inwiefern?

Douglas: Durch den Erfolg der Filme und meinen Oscar war ich auf einmal einer der Top-Schauspieler in Hollywood. Und ich habe zu viel gemacht, nicht nur als Schauspieler, auch als Produzent. Ich habe selbst mit Leo Kirch in Deutschland an Stoffen gearbeitet, aber letztlich auf zu vielen Hochzeiten getanzt. Ich konnte meine Arbeit nicht mehr genießen.

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