Flüchtlingspolitik

Modeschöpfer Karl Lagerfeld: „Ich hasse Merkel“

Erst kürzlich hat Designer Karl Lagerfeld die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin scharf kritisiert. Nun legt er nach – noch drastischer.

Karl Lagerfeld im März. Schon im November warf der Modeschöpfer der Kanzlerin vor, „Millionen der schlimmsten Feinde“ der Juden ins Land zu lassen.

Karl Lagerfeld im März. Schon im November warf der Modeschöpfer der Kanzlerin vor, „Millionen der schlimmsten Feinde“ der Juden ins Land zu lassen.

Foto: POOL / REUTERS

Berlin.  Der in Paris lebende Modeschöpfer Karl Lagerfeld „hasst“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen ihrer Flüchtlingspolitik. Das sagte der 74-Jährige der französischen Zeitschrift „Le Point“. Deshalb „droht“ er nun sogar mit der Rückgabe seiner deutschen Staatsangehörigkeit.

„Musste sie sagen, dass man eine Million Migranten willkommen heißen muss?“, heißt es wörtlich in dem Interview. „Man muss sich der Vergangenheit, die wir in Deutschland haben, erinnern. Ich hasse Merkel dafür, dass sie das vergessen hat“, so Lagerfeld weiter.

Merkel ertrage die Verbrechen der Nazis nicht

Merkel habe mit ihrer Entscheidung im Herbst 2015, „eine Million Zuwanderer“ in Deutschland aufzunehmen, der AfD bei den Wahlen im vergangenen Jahr den Weg in den Bundestag geebnet. Nun säßen „100 dieser Neonazis im Parlament“, weil Merkel die deutsche Geschichte „vergessen“ habe, kritisierte Lagerfeld.

Ahoi, Chanel! Lagerfelds Modespektakel in Paris

Die Bundeskanzlerin habe bei ihrer Flüchtlingspolitik ein „gutes Bild“ abgeben wollen, sagte er. Als „Pastoren-Tochter“ ertrage Merkel die Verbrechen der Nazis nicht. „Das Paradoxe daran ist, dass Merkel das Böse an die Macht befördert, während sie es reparieren will.“

„Millionen der schlimmsten Feinde“ der Juden

„Wenn das weitergeht, gebe ich die deutsche Staatsangehörigkeit auf“, so Lagerfeld, der seit 1952 in Paris lebt. Allerdings wolle er kein Franzose werden. Er möge Nationen nicht und fühle sich als Kosmopolit – und „hanseatisch“, fügte der in Hamburg geborene Chanel-Chefdesigner hinzu.

Schon im November hatte sich Lagerfeld im französischen Fernsehsender C8 ablehnend über die Zuwanderung von Muslimen geäußert. Nach dem Mord von Nazi-Deutschland an Millionen Juden könne die Bundesregierung heute nicht „Millionen der schlimmsten Feinde“ der Juden ins Land holen. Die Äußerung sorgte für Kritik. Bislang hatte Lagerfeld aber nicht bekundet, seinen deutschen Pass zurückgeben zu wollen. (küp)