US-Wahl

Comedian Mario Barth zieht Trump-Proteste in Zweifel

Mario Barth ist am Trump Tower und niemand protestiert. Also stimmen die Medienberichte wohl nicht, folgert er in einem Facebook-Video.

Mario Barth im Sommer 2016 auf einer Show in der Wuhlheide in Berlin.

Mario Barth im Sommer 2016 auf einer Show in der Wuhlheide in Berlin.

Foto: imago stock&people / imago/APP-Photo

New York.  Offenbar als Reaktion auf die Berichterstattung deutscher Zeitungen über die amerikanischen Proteste gegen den gewählten US-Präsidenten Donald Trump hat sich der deutsche Comedian Mario Barth in einem Facebook-Live-Video vor den Trump-Tower postiert und das Fehlen von Demonstrationen kommentiert. Der selbst ernannte Enthüllungsjournalist stößt auf Widersprüche.

In dem knapp vierminütigen Video spricht Barth direkt in die Kamera und fragt sich, wo all die Demonstrierenden geblieben seien, über die Zeitungen und Fernsehen berichtet hatten. Stattdessen könne er nur Touristen erkennen, die den Trump Tower fotografierten. Auch Polizei, Militär und hohe Sicherheitsabsperrungen seien nicht zu erkennen. Barth zieht durch seinen Tonfall in Zweifel, dass es dort in den vergangenen Tagen Massendemonstrationen gegen Trump gegeben hat. Fans aus Deutschland müssen ihm dann den Kommentaren erklären, dass er am Veteran’s Day dort ist, an dem die Straße sowieso gesperrt war. „Du bist zur falschen Zeit da.“

In Folgevideos inszenierte sich Barth als Berichterstatter, der selbst die Initiative ergreift. „Ich mache das mittlerweile alles selber, liebe Leute. Einer muss es ja machen, wenn schon wieder so viel Schrott in den Nachrichten gezeigt wird.“ Demos sei er auch aus Kreuzberg anders gewohnt. Er wittert auch einen möglichen Eingriff der Geheimdienste, weil sich das filmende Handy bei der Erwähnung des Wortes „Secret Service“ im Trump Tower abschaltete – und es ist nicht ganz klar, wie ernst er das meint.

Tausende demonstrieren an der Ost- und Westküste gegen Trump

Unter dem Motto „Not My President“ haben in den Tagen seit der US-Wahl am Mittwoch Tausende Menschen in New York, Washington oder auch an der Westküste gegen Donald Trump protestiert. Die Protestmärsche in New York zogen vom Union Square zu Trumps Wohn- und Geschäftshaus, dem Trump Tower an der Fifth Avenue in Manhattan.

Mario Barth hätte das nicht nur deutschen Medien entnehmen können: Der Trump-nahe Sender Fox hat darüber ebenso berichtet wie der Auslandssender der USA, „Voice of America“...

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen am Wohnsitz des künftigen US-Präsidenten behindern deshalb den Verkehr und Passanten im New Yorker Stadtteil Manhattan. Unmittelbar nach dem Wahlsieg des Unternehmers hatte die Polizei den Haupteingang zum Trump Tower mit Betonbarrikaden und Zäunen abgesperrt, Polizisten postierten sich teils schwer bewaffnet auf dem Gehweg.

Die Flugaufsichtsbehörde FAA sperrte zudem den Luftraum über dem Gebäude. Erst mit Trumps Vereidigung und seinem Umzug in die Hauptstadt Washington am 20. Januar dürfte sich die Lage in Manhattan wieder entspannen. (dpa/aba)