Todesfall

Hirninfarkt mit 45 Jahren: Trauer um Musiker Roger Cicero

Sänger Roger Cicero ist im Alter von nur 45 Jahren gestorben. Sein Management bestätigte die traurige Nachricht. Kollegen trauern.

Roger Cicero ist tot.

Roger Cicero ist tot.

Foto: imago stock&people / imago/Susanne Hübner

Hamburg.  Musikbranche und Fans stehen unter Schock: Jazz-Sänger Roger Cicero ist tot. Der 45-Jährige ist bereits am vergangenen Donnerstag an einem Hirninfarkt im Kreise seiner Familie gestorben, wie sein Management am Dienstag mitteilte. Der in Berlin geborene Musiker hinterlässt einen Sohn.

„Wir sind fassungslos und unendlich traurig. Unser Mitgefühl gilt in erster Linie seiner Familie“, teilte das Management mit. „Auf Wunsch der Familie bitten wir von Kondolenzbriefen Abstand zu nehmen. Roger Cicero würde sich sicher über eine Spende für die Organisation SAVE THE CHILDREN freuen, die er jahrelang unterstützt hat und die ihm sehr am Herzen lag.“

Akute neurologische Symptome

Der Sänger hatte im November wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung seine Konzerttermine bis Ende 2015 abgesagt. Die ausverkaufte Tour sollte jetzt fortgesetzt werden. „Er hatte sich unglaublich auf seine ausverkaufte Tournee im April gefreut“, hieß es. Erst kürzlich habe er noch Interviews gegeben, erklärte seine Managerin. Auch Live-Auftritte in verschiedenen TV-Sendungen absolvierte der Musiker noch vor wenigen Tagen.

Nach seinem Auftritt im Bayerischen Fernsehen traten jedoch plötzlich „akute neurologische Symptome infolge eines Hirninfarktes“ auf, wie es auf der Facebook-Seite des Musikers heißt. Im Krankenhaus habe sich sein Zustand weiter verschlechtert, sodass er am Abend des 24. März, „ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben“, verstarb.

Xavier Naidoo trauert

Kollegen und Freunde reagierten bestürzt. Xavier Naidoo schrieb zu einem gemeinsamen Foto auf Facebook, er sei „fassungslos und todtraurig“. Er hatte Cicero 2014 in die erste Staffel seiner Musikshow „Sing meinen Song“ geholt. Neben Cicero waren damals auch Sarah Connor, Sasha, Andreas Gabalier, Gregor Meyle und „Guano Apes“-Frontfrau Sandra Nasic in der Vox-Sendung dabei.

In einem seiner letzten TV-Interviews bei der Landesschau Baden-Württemberg im SWR sprach Roger Cicero Mitte März noch von seiner Genesung nach der Herzmuskelentzündung, die für eine viermonatige Pause sorgte. Auf die Frage, ob er nun wieder fit sei und „richtig angreifen“ könne, antwortete Cicero völlig überzeugt: „Ich würde sagen ,Ja’.“

19. Platz beim ESC 2007 für Cicero

Cicero hatte für Deutschland 2007 beim Eurovision Song Contest (ESC) gesungen und mit „Frauen regier’n die Welt“ den 19. Platz belegt. Im selben Jahr gewann er den Musikpreis Echo, für den er auch in diesem Jahr für seine letzten großen Projekte „Cicero Sings Sinatra“ und „The Roger Cicero Jazz Experience“ nominiert wurde. Der Musikpreis wird im April vergeben.

Der Sohn des Jazz-Pianisten Eugen Cicero hatte seinen Durchbruch mit einer Mischung aus Pop, Jazz und Swing, gewürzt mit frechen und amüsanten Texten, geschafft. Elegant mit Hut und Lackschuhen kam er mit seinen Big-Band-Musikern im Stil der großen Swing-Künstler auf die Bühne. Zu seinen Markenzeichen gehörte seit langem der obligatorische Hut. Die Gemeinschaft Deutscher Hutfachgeschäfte in Düsseldorf kürte ihn zum „Hutträger des Jahres 2015“. (dpa/jei)