Anke Engelke wird 50, macht darum aber kein großes Bohei. Interviewanfragen sagt sie über ihre Sprecherin höflich ab. Wenn Engelke Interviews gebe, dann nur, wenn es etwas mit ihrer Arbeit zu tun habe. Und nicht mit privaten Dingen. Man bitte da um Verständnis. Das ist einerseits schade, andererseits passt es zu ihr.

Die Deutschen kennen Engelke in erster Linie aufgrund ihrer Arbeit als Schauspielerin, Moderatorin und Synchronsprecherin. Sie geht zwar in Talkshows und spricht dort beispielsweise über ihre Rolle als Mutter. Doch nur wenigen kommen wohl zuerst diese Auftritte in den Sinn, wenn sie an Engelke denken. Große Das-war-mein-Leben-Interviews kann sie getrost anderen überlassen. Auch vor einem runden Geburtstag wie am Montag.

Ganz leicht ist es nicht, den Überblick zu behalten, was Anke Engelke in ihrem Leben alles schon gemacht hat.

Engelke wuchs dreisprachig auf

Im Schnelldurchlauf: In Kanada geboren und dreisprachig aufgewachsen moderiert sie bereits mit 13 Jahren Kindersendungen im Fernsehen. Der große Durchbruch als Schauspielerin gelingt ihr als Erwachsene mit der mittlerweile zur Kult-Sendung verklärten „Wochenshow“ (Sat.1). Es folgten zig Rollen in der Sketch-Reihe „Ladykracher“ (Sat.1) und die Moderation des Eurovision Song Contests in Deutschland 2011. Dass diese fast schon staatstragende Aufgabe ihr zufiel, wirkte geradezu logisch. Als Sprecherin von Mutter Marge bei den „Simpsons“ (ProSieben) beerbte sie zudem die 2006 gestorbene Elisabeth Volkmann.

Kollegen lassen sich mit Lobeshymnen nicht lange bitten. Bastian Pastewka nennt sie „eine absolute Könnerin“ in allen Disziplinen. Zudem habe sie eine „exzellente Persönlichkeit“ und könne gut kochen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Oder wie der Komiker sehr verdichtet beschreibt: „Es gibt Tage in ihrem Leben, an denen sie ihre Berlinale-Moderationen in Gebärdensprache umlernt, während sie in Lissabon eine Oper inszeniert, in deren Pause sie gegen einen Gedächtnisweltmeister antritt, dem sie vorher Muffins gebacken hat, deren fair gehandelte Kakao-Masse sie vorher nach einem Benefiz-Konzert ihrer Funk-Band aus Baden-Baden geholt hat, bevor sie kurz noch 40 Simpsons-Folgen eingesprochen hat. Kurzum: Man muss sie an ihren Geburtstag erinnern!“

Sie ist nicht der Typ Alleinunterhalter

Dass nicht alles gelang, gehört allerdings auch zur Vita. Als Harald Schmidt eine Bildschirmpause einlegte, sollte sie die Nachfolge in der Late Night antreten. Rudi Carrell wettete 10.000 Euro auf ihr Scheitern – und nach fünf Monaten war tatsächlich Schluss.

Sie sei nicht der Typ Alleinunterhalter analysierte sie später in einem Interview von „Spiegel Online“. „Ich möchte mich nicht da hinstellen und behaupten, ich hätte etwas ganz Lustiges in der Zeitung gelesen.“ Das sei nicht echt gewesen. „Ich spiele. Und wenn ich etwas spiele, sollen die Leute wissen, dass ich etwas spiele.“

Dass diese Episode kein großer Knick in ihrer Karriere wurde, spricht dafür, dass sie die Deutschen dennoch recht unterhaltsam finden. Vielleicht liegt es auch daran, dass man nicht alles über sie weiß.

Ihre Sprecherin schickt nach der Interviewabsage einen kurzen Lebenslauf. Auch der ist eher nüchtern gehalten. Aber es steht darin, dass Engelke sich seit ihrer Schulzeit nicht vorstellen könne, in einer anderen Stadt als Köln zu leben. Das kann man als kleinen Blick in die Seele gelten lassen.

Engelkes Leben in Bildern gibt es in dieser Fotostrecke:

Danke, Anke...

Anke Engelke wurde am 21. Dezember 1965 im kanadischen Montreal geboren. Ihr Vater war Lufthansa-Manager, ihre Mutter Fremdsprachenkorrespondentin. Sie wuchs mit ihrer Schwester dreisprachig (Deutsch, Englisch und Französisch) auf.
Anke Engelke wurde am 21. Dezember 1965 im kanadischen Montreal geboren. Ihr Vater war Lufthansa-Manager, ihre Mutter Fremdsprachenkorrespondentin. Sie wuchs mit ihrer Schwester dreisprachig (Deutsch, Englisch und Französisch) auf. © imago | imago
1979 sang sie in der Gruppe Manuel & Pony Das Lied von Manuel und trat damit auch in der ZDF-Hitparade auf.
1979 sang sie in der Gruppe Manuel & Pony Das Lied von Manuel und trat damit auch in der ZDF-Hitparade auf.© imago | imago
Anke Engelke moderierte regelmäßig, hier mit Benny Schnier, das ZDF-Ferienprogramm. „Hallo! Leute, es sind Ferien! Alle machen blau von Flensburg bis nach Oberammergau! Denn es sind Ferien und mit viel Tam-Tam und Information steigt wieder unser Ferienprogramm! Unser Ferienprogramm!“ - so lautete die berühmte Titelmelodie.
Anke Engelke moderierte regelmäßig, hier mit Benny Schnier, das ZDF-Ferienprogramm. „Hallo! Leute, es sind Ferien! Alle machen blau von Flensburg bis nach Oberammergau! Denn es sind Ferien und mit viel Tam-Tam und Information steigt wieder unser Ferienprogramm! Unser Ferienprogramm!“ - so lautete die berühmte Titelmelodie.© imago | imago
Der große Durchbruch als Schauspielerin gelingt ihr als Erwachsene mit der mittlerweile zur Kult-Sendung gewordenen „Wochenshow“. Mit im Team (v.l.): Ingolf Lück, Karen Friesicke und Marco Rima.
Der große Durchbruch als Schauspielerin gelingt ihr als Erwachsene mit der mittlerweile zur Kult-Sendung gewordenen „Wochenshow“. Mit im Team (v.l.): Ingolf Lück, Karen Friesicke und Marco Rima. © imago | imago
Eine weitere Produktion war die Comedyserie Anke. Die Serie spielte hinter den Kulissen einer fiktiven Talkshow und lief von 1999 bis 2001. Unter anderem für ihre Rolle als fiktive Talkmoderatorin Anke gewann Engelke zweimal den Deutschen Comedypreis als Beste Komikerin. Darüber hinaus war die Serie 2001 für den Adolf-Grimme-Preis nominiert.
Eine weitere Produktion war die Comedyserie Anke. Die Serie spielte hinter den Kulissen einer fiktiven Talkshow und lief von 1999 bis 2001. Unter anderem für ihre Rolle als fiktive Talkmoderatorin Anke gewann Engelke zweimal den Deutschen Comedypreis als Beste Komikerin. Darüber hinaus war die Serie 2001 für den Adolf-Grimme-Preis nominiert. © imago | imago
Ein Besuch bei Wetten, dass...?: Engelke auf der Bühne mit Robbie Williams, Heike Makatsch und Thomas Gottschalk.
Ein Besuch bei Wetten, dass...?: Engelke auf der Bühne mit Robbie Williams, Heike Makatsch und Thomas Gottschalk.© imago | imago
Von 2002 bis 2004 war Engelke mit der Sketch-Show Ladykracher auf Sat.1 zu sehen. Die Sendung war 2003 für den Emmy nominiert und erhielt mehrere Preise, unter anderem den deutschen Comedy-Preis.
Von 2002 bis 2004 war Engelke mit der Sketch-Show Ladykracher auf Sat.1 zu sehen. Die Sendung war 2003 für den Emmy nominiert und erhielt mehrere Preise, unter anderem den deutschen Comedy-Preis.© imago | imago
Seit 1989 sind Anke Engelke und ihre Schwester Susanne Sängerinnen der Gruppe Fred Kellner und die famosen Soulsisters, die pro Jahr für etwa zwei bis drei Wochen live auftritt.
Seit 1989 sind Anke Engelke und ihre Schwester Susanne Sängerinnen der Gruppe Fred Kellner und die famosen Soulsisters, die pro Jahr für etwa zwei bis drei Wochen live auftritt.© imago | imago
Ihr großes schauspielerisches Talent bewies sie unter anderem in der deutschen Komödie „Vom Suchen und Finden der Liebe“. An ihrer Seite Schauspieler Uwe Ochsenknecht.
Ihr großes schauspielerisches Talent bewies sie unter anderem in der deutschen Komödie „Vom Suchen und Finden der Liebe“. An ihrer Seite Schauspieler Uwe Ochsenknecht. © imago | imago
Dass nicht alles gelang, gehört allerdings auch zur Vita. Als Harald Schmidt eine Bildschirmpause einlegte, sollte sie die Nachfolge in der Late Night antreten. Rudi Carrell wettete 10 000 Euro auf ihr Scheitern - und nach fünf Monaten war tatsächlich Schluss.
Dass nicht alles gelang, gehört allerdings auch zur Vita. Als Harald Schmidt eine Bildschirmpause einlegte, sollte sie die Nachfolge in der Late Night antreten. Rudi Carrell wettete 10 000 Euro auf ihr Scheitern - und nach fünf Monaten war tatsächlich Schluss. © imago | imago
Engelke parodierte  zusammen mit Bastian Pastewka in „Fröhliche Weihnachten! – mit Wolfgang & Anneliese“ verschiedene Fernsehshows. Bastian Pastewka nennt sie „eine absolute Könnerin“ in allen Disziplinen. Zudem habe sie eine „exzellente Persönlichkeit“ und könne gut kochen.
Engelke parodierte zusammen mit Bastian Pastewka in „Fröhliche Weihnachten! – mit Wolfgang & Anneliese“ verschiedene Fernsehshows. Bastian Pastewka nennt sie „eine absolute Könnerin“ in allen Disziplinen. Zudem habe sie eine „exzellente Persönlichkeit“ und könne gut kochen.© imago | imago
Als Sprecherin von Mutter Marge bei den „Simpsons“ beerbte sie  die 2006 gestorbene Elisabeth Volkmann.
Als Sprecherin von Mutter Marge bei den „Simpsons“ beerbte sie die 2006 gestorbene Elisabeth Volkmann.© imago | imago
Im Mai 2011 moderierte Engelke zusammen mit Stefan Raab und Judith Rakers den Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf.
Im Mai 2011 moderierte Engelke zusammen mit Stefan Raab und Judith Rakers den Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf.© imago | imago
Wie man sie kennt und liebt: Anke Engelke mit Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. Mit privaten Statements hält sie sich eher zurück. Nur so viel: Seit ihrer Schulzeit kann sie sich nicht vorstellen, in einer anderen Stadt als Köln zu leben.
Wie man sie kennt und liebt: Anke Engelke mit Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. Mit privaten Statements hält sie sich eher zurück. Nur so viel: Seit ihrer Schulzeit kann sie sich nicht vorstellen, in einer anderen Stadt als Köln zu leben.© imago | imago

(dpa)