Echo-Preisträgerin

Lindsey Stirling findet „Berlin eine der coolsten Städte“

2013 tourte Lindsey Stirling durch Deutschland, trat auch in Berlin auf. Alle Konzerte waren ausverkauft. Nun kommt die Crossover-Violinistin wieder - und gibt ein Konzert in der Columbiahalle.

Foto: Eric Ryan Anderson

Im Alter von fünf Jahren wünscht sich Lindsey Stirling eine Geige. Ihre Eltern, mit denen sie in Arizona lebt, sind dagegen. Zu teuer. 22 Jahre später gilt Lindsey Stirling als das Crossover-Talent der Branche. Sie vereint Klassik mit Elektro, Hip-Hop und Dubstep, spielte 2013 eine ausverkaufte Welttournee, wurde mit einem Echo und Platin ausgezeichnet und ihr eigener Youtube-Kanal „lindseystomp“ wurde rund 800 Millionen mal aufgerufen. Am Mittwoch tritt die 28-jährige Violinistin, Tänzerin und Choreografin in der Columbiahalle auf. Ein Anruf in Arizona vorab.

Berliner Morgenpost: Sie klingen nach Bett.

Lindsey Stirling: Ja, es ist neun Uhr am Morgen hier drüben! Jetzt mache ich mir erst mal meine Schüssel Cornflakes zum Frühstück. Dann werde ich den Rest des Tages wohl Violine üben.

Für Ihren Auftritt hier? Wie oft waren Sie schon in Berlin?

Zehn Mal war ich sicher schon bei Euch. Einer der Orte, wo ich die meisten Fans in der ganzen Welt habe. Und während meiner ersten Tour, zu Beginn des Jahres 2013, hat Berlin echt Spaß gemacht.

Was gab’s, außer Cornflakes und Violine?

Den Echo Award zum Beispiel. Und was die Stadt selbst angeht: Es ist eine der coolsten momentan. Diese Mischung aus allem: die Architektur, die Straßenmärkte, die Atmosphäre, die Kunst. Reste der Berliner Mauer zu sehen, war unglaublich. Ein so bedrohliches Stück während seiner Funktionszeit – und ein so buntes und lebendiges jetzt.

Sie meinen die East Side Gallery – der Rest der Reste ist weniger bunt. Oder gar schön.

Oh ja, die meine ich. Was während der Touren immer schade ist, ist, dass wir wenig Zeit in den Städten haben. Also werde ich es dieses Mal wohl nicht schaffen, noch mal zur East Side zu gehen.

Wie schade, besonders im Jahr des 25-jährigen Mauerfall-Jubiläums. Was heben Sie sich also für das nächste Mal auf?

Haben Sie Vorschläge?

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas zum Beispiel, direkt neben dem Brandenburger Tor. Auch ein Teil der Geschichte Berlins. Aber zurück zur Zukunft: Gibt es etwas, womit Sie die Berliner kommenden Mittwoch überraschen wollen?

Ja, wir haben in den letzten drei Monaten viel Neues geprobt. Choreografien mit noch mehr Tanz und noch mehr Lichteffekten. Es wird sehr temporeich – und ich tausche auch mal die Violinen.

Mit Ihrer ersten starteten Sie Ihre Karriere selbstständig auf YouTube. Glauben Sie, dass Künstler heutzutage nicht mehr um soziale Netzwerke herumkommen, um Erfolg zu generieren?

Es gibt heute keine Regeln mehr für den Erfolg. Heute muss jeder einen anderen Weg finden – und egal, ob derjenige ihn allein geht oder mit einer Plattenfirma: Um das Internet kommt niemand mehr herum. Selbst die großen Plattenfirmen und Manager pumpen viel, viel Geld in YouTube und produzieren Clips. Da führt kein Weg dran vorbei.

Auch nicht privat? Worüber kommunizieren Sie mit Ihren Freunden, Ihrer Familie?

Instagram, auf jeden Fall. Das ist mein persönlich meist genutztes Medium.

Als Sie fünf waren, haben Sie noch auf ganz natürlichem Wege nach einer Violine gefragt, nicht klischeehaft nach Ballett – oder Barbies. Wie kamen Sie dazu?

Meine Eltern haben immer klassische Musik zu Hause gehört. Noch ganz traditionell, über CDs. Und keinen Rock oder Pop, was die anderen Kinder zu hören bekamen. Und so bin ich damit aufgewachsen und war von den Orchestern und dem, was da rauskam, fasziniert. Also wollte ich das selbst spielen können.

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