Premiere

Wenn Schweighöfer den Tiger weckt und den Kater findet

Bei der Premiere von „Das magische Haus“ mit Matthias Schweighöfer und Karoline Herfurth am Potsdamer Platz herrscht Jahrmarktatmosphäre. Das liegt auch an den diversen Promi-Synchronstimmen.

Foto: Massimo Rodari

Eigentlich hat Matthias Schweighöfer gerade überhaupt keine Lust zu arbeiten. Die Dreharbeiten zu seinem letzten Film „Vaterfreuden“ liegen beinahe ein Jahr zurück, sein nächstes Werk kommt nach eigenen Angaben erst Anfang 2016 in die Kinos. Dass es der 33-Jährige an diesem Sonntagmorgen trotzdem aus dem Bett geschafft hat, haben seine Fans dem Animationsfilm „Das magische Haus“ zu verdanken, in dem der Schauspieler Kater Thunder seine Stimme leiht. Zusammen mit seiner Kollegin Karoline Herfurth, Synchronsprecherin der Maus Maggie, sitzt er seit zehn Uhr früh im Hotel „Scandic“ am Potsdamer Platz und beantwortet geduldig die Fragen der Journalisten. Obst, Kaffee und Kekse sowie ein Team von PR-Menschen und Maskenbildnern sorgen dafür, dass die beiden Berliner bei Laune bleiben. Schließlich ist der Tag noch lang.

Um 15 Uhr werden die beiden im nahe gelegenen Cinemaxx erwartet, wo sie auf Alec Völkel und Sascha Vollmer von The BossHoss treffen, die in „Das Magische Haus“ die Möbelpacker Mark und Mike synchronisiert haben. Dort, wo es bei anderen Premieren Stars in Kleidern zu bestaunen gibt, herrscht an diesem Nachmittag Jahrmarktatmosphäre. Die prominenten Synchronsprecher laufen unter einem Seifenblasenregen über den roten Teppich, ein Zauberer zeigt Kartentricks für die vielen kleinen Gäste.

Der Film erzählt die Geschichte des Katers Thunder, der auf der Flucht vor einem Sturm Zuflucht in einem magischen Haus findet. Dort wird er nicht von allen Bewohnern um den Zauberer Lawrence (gesprochen von Dieter Hallervorden) mit offenen Armen aufgenommen. Erst, als das Haus durch eine Intrige verkauft werden soll, rücken die Tiere und verzauberten Spielfiguren zusammen. Für Matthias Schweighöfer keine unbekannte Situation. „In der Schule hat doch jeder mal Probleme gehabt, akzeptiert zu werden“, so der Schauspieler und Regisseur. „Mal ist man cool und mal eben nicht.“

„Liebe und Beziehung? Erklär’ ich Dir, wenn Du 19 bist!“

Ein guter Kinderfilm zeichne sich vor allem dadurch aus, dass die Zuschauer Spaß hätten und dass die Inhalte nicht zu kompliziert seien, findet der Vater zweier Kinder: „Meine Tochter war gerade in ‚Rio 2‘ und sagte danach: Das habe ich nicht verstanden. Da ging es um Liebe und um Beziehungen, das hat sie nicht kapiert. Das fand ich gut. Ich habe zu ihr gesagt: Das erkläre ich dir später, wenn du 19 bist.“ Zumindest bei „Das magische Haus“ muss sich Matthias Schweighöfer um dieses Problem wohl keine Sorgen machen. Seine fünfjährige Tochter Greta habe den Film bereits auf Englisch gesehen und für gut befunden: „Sie sagt, sie versteht, dass ich in der deutschen Version der Kater bin, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie nur so tut.“

Den Kater in sich habe er im Synchronstudio gefunden, indem er den Tiger in sich geweckt habe, scherzt Schweighöfer. Und das, obwohl er eine Katzenhaarallergie habe. „Weil ich auch Hunde nicht mehr so cool finde, seitdem man als Besitzer die Haufen auf der Straße aufsammeln muss, bleiben als mögliche Haustiere für die Kinder nicht mehr viele Möglichkeiten: Meine Tochter möchte jetzt ein Kaninchen haben. Aber darüber muss ich noch nachdenken.“

Sein Synchronsprecherkollege Sascha Vollmer hat das Lieblingstier seiner Wahl hingegen bereits gefunden. „Der erste Film, den ich im Kino gesehen habe, war ‚Das Dschungelbuch‘, und mein Favorit war Balu der Bär“, so der BossHoss-Sänger auf dem roten Teppich. „,Probier’s mal mit Gemütlichkeit’ ist bis heute mein Motto geblieben.“